Aus 100 ÖSTERREICHISCHE Häuser (Ausgabe 2016/17) – BUY NOW

3er Bündnis

An einem ehemaligen Weinberg mit Ausblick auf die Schweizer Berge

Autor: Magdalena Jöchler Fotos: Bruno Klomfar

Architektur Burtscher-Durig (Ulrich Burtscher, Marianne Durig) Web www.mikado.at Objekt Haus D Kategorie Neubau Fassadenmaterial Wärmedämm-Verbundsystem Adresse Röthis Bauherr Privat Planungsbeginn 01/2012 Fertigstellung 12/2014 Nutzfläche 300 m2 Kosten k. A. Fotos Bruno Klomfar

Das Haus in Röthis im Rheintal ist Marianne Durigs dritter und letzter Streich, zumindest innerhalb ihrer Familie. Für zwei ihrer drei Brüder hatte die Architektin schon ein Haus geplant, 2012 wollte dann auch Bruder Nummer drei ein Zuhause aus der Feder seiner Schwester. Entstehen sollte es an einem ehemaligen Weinberg mit Ausblick auf die Schweizer Berge, am liebsten eingeschossig – an einem steilen Hang eine eher aufwendige Geschichte. Erfüllt hat Durig ihrem Bruder und dessen Partnerin dann aber einen zweiten Wunsch, den nach getrennten Bereichen für Kinder und Eltern. Und so sind heute im ersten Obergeschoss die Kinder die Hausherren, im letzten Geschoss, wo sich das Haus nach allen Seiten hin vom Hang abhebt, haben die Eltern ihr Schlafzimmer mit separatem Bad. Ganz ungestört werden Mama und Papa hier oben aber wahrscheinlich nicht lange bleiben, kommt man von hier doch ebenerdig zum hangseitigen Schwimmbad hinaus.

Damit das Geschoss an keiner der vier Seiten mit dem Hang in Berührung kommt, hat Durig den Unterbau mit Garage und Eingang besonders hoch geplant. Während dieser in reinem Sichtbeton gehalten ist, heben sich die beiden Wohngeschosse mit ihrer durchgehenden Hell-Dunkel-Konzeption auch gestalterisch davon ab. „Meine Vorstellung war es immer, dass diese oberen Baukörper wie zwei weiße Linien in der Landschaft aussehen. Die Glasfassaden und die Fassaden, die weiter hinten sitzen, sind alle mit einem dunklen Putz gemacht“, erklärt die Architektin.

Dieses Konzept setzt sich auch im Hausinneren fort. Gebrochen wird das Bild vom Eingangsbereich und den Bädern, die teilweise mit weißem Marmor verfliest sind. Die Idee dazu hatten die Bauherren selbst. „Das war damals zwar nicht das Material meiner Wahl, ich stelle momentan aber fest, dass sie da einen guten Riecher hatten – Marmor wird gerade wieder sehr stylisch“, gibt die Architektin zu. Die Geschwister sind jetzt alle versorgt, Familienkrisen sind trotz der heiklen Angelegenheit „Hausbau“ ausgeblieben. Wobei: „Meine Brüder rufen mich immer noch an, wenn irgendwelche Möbel zu machen sind.“

Processing...
Thank you! Your subscription has been confirmed. You'll hear from us soon.
Newsletter
ErrorHere