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American way of life

Das Greenhouse von JADRIC ARCHITEKTUR in Austin

Autor: Rosa Schaberl Fotos: Paul Bardagjy

Architektur JADRIC ARCHITEKTUR Objekt Greenhouse Austin Kategorie Neubau, Niedrigenergiehaus / Passivhaus Fassadenmaterial Stucco Fassade Fassadenfirma Doug Marsh, SKYWEST-Builders Adresse Austin, USA Bauherr Privat Planungsbeginn 05/2011 Fertigstellung 08/2013 Wohnfläche 320 m2 Fotos Paul Bardagjy Photography 

Schon während seiner Studienzeit besuchte Mladen Jadric Texas. Was er damals nicht wusste: Auch eines seiner Häuser würde bald die Hügel von Austin zieren. Rund zehn Jahre lagen zwischen Studium und Baubeginn, rund drei Jahre zwischen Planungsbeginn und Fertigstellung. Entstanden ist ein Haus, das nicht nur ziert, sondern sich auch in die Landschaft integriert.

 

Wie ist es zu dem Projekt gekommen?

Am Anfang stand ein Gespräch, danach kamen fast zwei Jahre, in denen wir verschiedene Szenarien ausprobiert haben. Das Haus ist für die Familie meines Bruders entwickelt worden, der gemeinsam mit seiner Frau als „Hardware Architect“ in Austin, Texas, lebt und seit vielen Jahren in der IT-Branche tätig ist. Obwohl seine Berufsbezeichnung nicht mit Baukunst zu verwechseln ist, gibt es auch viele Gemeinsamkeiten. Wie alle kreativen Berufe verspürten die beiden den Bedarf, sich mit einem „die Kreativität fördernden“ Raum zu umgeben. Dann kam die Gelegenheit, dieses schöne Grundstück zu erwerben. Das Grundstück liegt in einem grünen Viertel, nicht weit vom Stadtzentrum entfernt, aber abgeschirmt durch seine Topografie und das üppige Grün. In der Regel bleiben solche Grundstücke nicht lange auf dem Markt, doch interessanterweise war es viel zu klein für texanische Verhältnisse. Die Entscheidung war somit klar und auch, dass es danach keine Umkehr mehr gibt.

Was verbindet dich mit den Bauherren und dem Land?

Ausgestattet mit einem Stipendium des damaligen BMUK im Jahr 1994, habe ich die Gelegenheit gehabt, mich als Gaststudent längere Zeit in New York aufzuhalten. Damals hatte die amerikanische Architektur, vertreten durch Persönlichkeiten wie Lebbeus Woods, Steven Holl, Peter Eisenman, einen intensiven Architekturdiskurs und -dialog mit Europa gepflegt. Wegen meines Bezugs nach Österreich war für mich speziell das Dreieck New York-Los Angeles-Austin interessant. Über NY und LA wusste man viel, aber über die intellektuelle Szene in derUmgebung der Universität von Austin – eine gebildete Stadt, auf welche die sogenannten Texas-Rangers, unter anderem Colin Rowe, John Hejduk, Bernhard Hösli, aufmerksam gemacht haben – leider wenig. Damals habe ich nicht ahnen
können, dass ich eines Tages dort auch etwas planen würde. Aber durch Zufall konnte ich mit diesem Projekt meinen Beitrag zum „digitalen amerikanischen Traum“ leisten.

 

Welche Unterschiede gibt es im Planungs- und Bauprozess im Vergleich zu Österreich?

Wir haben viel mehr Ähnlichkeiten als Unterschiede im Planungsprozess gefunden. Zum Beispiel: Obwohl als Aufgabe relativ klein, war die Planung eine lange und komplexe Angelegenheit. Dazu kamen die hohen Anforderungen. Nach amerikanischem Standard erreicht der Bau die Werte eines „Greenhouse“, was in Europa dem Niedrigenergiestandard entspricht. Den Bereich der
Einfamilienhäuser dominiert in Amerika der Holzbau. Es war auch bei diesem Projekt die einzige Bauweise, welche den knappen Budgetrahmen einhalten konnte. Zur hohen Qualität der Ausführung haben auch das gegenseitige Lernen und der Austausch mit Partner-Architekt Erik Gonzalez aus Austin und mit dem selten engagierten Baumeister Doug Marsh von SKYWEST-Builders wesent-lich beigetragen.

Learning from – was hast du aus dem Projekt mit nach Hause genommen?

Den Respekt gegenüber der natürlichen Umgebung. Ein Familienhaus beginnt, so definiere ich es immer, indem man einen Teil der Natur zum Garten macht und somit ein Stück Paradies selbst mitgestalten darf. Licht, Farben, Topografie, Düfte habe ich durch ausgedehnte Aufenthalte zuerst sorgfältig studiert und danach Räume durch Simulationen von Situationen entwickelt, an denen alle Haushaltsmitglieder beteiligt waren. Das Resultat war eine Vielzahl an unterschiedlichen Raumerfah-
rungen und Kontrasten zwischen Innen- und Außenwelt, die sich den Blicken und dem
Licht unterordnen. Das macht dieses Projekt so einmalig.

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