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Architektur ahoi!

Das Haus Marie von Caramel architekten

Autor: Andreas Maurer Fotos: Rois & Stubenrauch und Marie Veis

Architektur Caramel architekten (Günter Katherl, Ulrich Aspetsberger, Martin Haller) Objekt Haus Marie Kategorie Neubau, Umbau, Niedrigenergiehaus Fassadenmaterial VWS mit grünem Baumit-Strukturputz Fassadenfirma Sperhansl Bau gesmbH Adresse Baden, Niederösterreich Bauherr Privat Planungsbeginn 11/2015 Fertigstellung 06/2016 Wohnfläche 276m2 Fotos Rois & Stubenrauch und Marie Veis

Verschlafen, ruhig und konservativ. So wird die Kurstadt gerne bezeichnet. In ihrem Zentrum scheint aber – zumindest architektonisch – geradezu die Post abzugehen! Denn obwohl das „Haus Marie“ auf den Fundamenten eines ehemaligen Weinhauerhauses aufbaut, ist hier scheinbar ein Partyschiff in der Altstadt vor Anker gegangen. Bereits kurz nach Erwerb der Liegenschaft fing die fünfköpfige Familie an, das Gebäude notdürftig herzurichten. Mehrfach musste das ursprüngliche Konzept geändert werden, bis man schlussendlich den Regiestuhl den kreativen Köpfen von Caramel architekten überließ. Diese machten sich ans Werk und katapultierten die nostalgische Heurigenatmosphäre ins Jetzt. Die Gemütlichkeit von damals wurde in das moderne Wohngefühl eingebettet, die Gartenstimmung auf sämtliche neu entstandenen Ebenen übertragen. Genauer heißt das: Grün von der Sohle bis zum Scheitel. Die Farbe des Rasens wächst als Strukturputz lebhaft die Außenfassade hinauf und schwappt auch über so manche Schwelle in den Innenbereich, mitunter bis zur Decke. Ganz oben mündet das Vorgehen in eine begrünte Dachterrasse und bietet einen Ausblick über umliegende Gärten und Bauwerke.

Die Eltern, die Kapitäne des Familiendampfers „Marie“, haben ihr Quartier im Obergeschoss bezogen, definiert durch ein großzügiges Schlafzimmer und ein kompromissorientiertes Schlaf-/Arbeitszimmer. Platz ist an Bord kostbar, große Kunstfertigkeit zeigt sich im Detail. „Wir haben versucht, im Haus jede Ecke und Nische mit praktischen und nützlichen Funktionen auszustatten. So ist unter anderem hinter einer Schiebetür die Küchenzeile, hinter einer Tapetentür eine zweite Schmutzküche und hinter einem Vorhang ein Schlaf-/Liegeplatz mit Bibliothek versteckt. Hinter den verschiebbaren Leinwänden sind in den Zimmern die Kleiderkästen und im Außenbereich eine Lounge sowie eine Bar zu finden. Das Dach beherbergt sogar drei Terrassenbereiche und einen Obstgarten“, erzählt Marie Veis, ehemalige Caramel-Mitarbeiterin, die 2015 für die Planung des Familiendampfers verantwortlich war.

Die echte Party findet am Clubschiff Marie aber im Untergeschoss statt, das haben nämlich die drei Mädchen der Familie geentert. Die Kids toben sich in einem groß- zügigen Spielzimmer aus, ein offen verglaster Stiegenbereich versorgt es mit Licht. Architektonisch wird die in jeder Hinsicht offene Fläche lediglich durch die durchgehende Glasfassade unterteilt. Die Sichtbetondecke spielt mit der Betonoberfläche der Gartenterrasse und tritt mit den lebhaften Wasserspiegelungen des Pools in Kontakt. CLUB 3 prangt dort in fetter Neonschrift – Eintritt nur für Auserwählte. „Das ist ein Teil einer alten Lokalleuchtschrift, aus der wir für den Barbereich eine Auswahl getroffen haben. Für die drei Töchter fanden wir den CLUB 3 einfach diesbezüglich lustig. Nachdem sich hier weiters die drei gleichaltrigen Cousinen tummeln, haben sich die Kinder eigentlich CLUB 6 gewünscht, aber man kann eben nicht alles haben.“

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