Aus 100 DEUTSCHE Häuser (Ausgabe 2017 / 2018) – BUY NOW

Architekturhochburg

Das Haus D von DÖLLMANN Design + Architektur

Autor: Rosa Schaberl Fotos: Christoph Reichelt

Architektur DÖLLMANN Design + Architektur  Projekt Haus D Kategorie Neubau Adresse Dresden Bauherr Privat Planungsbeginn 2015 Fertigstellung 2017 Nutzfläche 310 m2 Fotos Christoph Reichelt 

Es gibt immer ein erstes Mal. So profan die Aussage, so sicher trifft sie auf die Ausgangssituation von „Haus D“ zu. „Wir wollen eine Burg.“ Mit diesem Wunsch trat der Bauherr 2015 an das Team von DÖLLMANN Design + Architektur heran. Nicht nur ein ungewöhnliches Anliegen, sondern mit Sicherheit auch eines, mit dem sich Peter Döllmann zum ersten Mal konfrontiert sah. Gänzlich ernst war der Wunsch vielleicht auch gar nicht, nur symbolisierte die Burg, was der Bauherr in Wirklichkeit suchte. Einen Rückzugsort. Ob nun mit oder ohne Zugbrücke. Gerade für den Wunsch nach Privatsphäre könnte das gekaufte Grundstück auch nicht besser geeignet sein.

An der Waldgrenze gelegen und nahezu uneinsehbar, öffnet sich der Baumbestand nur zur Straßenseite. Das Haus reagiert wiederum konträr und verstärkt die Intimität der Lage: Es verschließt sich zur Straße und öffnet sich mit großzügiger Verglasung zu Garten und Wald.

„Die Lage am Waldrand inspirierte uns, den Gartenrundgang um das Haus herum auf allen Geschossebenen zu ermöglichen“, erklärt Peter Döllmann eine der Grundideen des Entwurfes. Um den Zugang zum Garten auch in der Höhe möglich zu machen, nutzte er das Grundstücksniveau weitestmöglich aus. Eine Entscheidung, welche nun die Gestaltung der Innenräume ebenso prägt wie die der Außenbereiche. Sie sind nun wirklich autark aus jedem Geschoss begehbar, aber auch als Rundgang so verbunden, dass man die innere Erschließung nicht nutzen muss. Das Haus hingegen wurde als komplexer Multi-Split-Level ausgeführt – als Einheit über alle Ebenen verbunden, scheinen sich die Räume gänzlich auf den Außenbereich einzulassen und die Gartengestaltung findet förmlich über alle Wohnbereiche Einzug in das Haus.

Mit diesem Entwurf ist Peter Döllmann eine gestalterische Einheit aus räumlich spannendem Inneren und vielfältig erlebbarem Äußeren gelungen, wobei der Wunsch nach einer mittelalterlichen Festung respektiert wurde. Großzügig und funktional im Inneren, außen kleinteilig und mit ungewöhnlichen Aussichtspunkten, aber doch ein wenig abgeschottet vom Umland erinnert „Haus D“ nun wirklich an eine Burg.

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