Aus 100 ÖSTERREICHISCHE Häuser (Ausgabe 2014/15) – BUY NOW

Aus ZWEI mach EINS

Zwei Satteldachhäuser gehen eine Verbindung ein

Autor: Lisa Kriechammer Fotos: Matthias Raiger

Architektur gerner°gerner plus / arch. di andreas gerner zt gmbh Web www.gernergernerplus.com Objekt pöteinfamilienhauszubau Kategorie Um- und Zubau Adresse Hauptstraße 77, 7023 Pöttelsdorf Bauherr Manfred Böhm Planungsbeginn September 2011 Fertigstellung Dezember 2011 Nutzfläche 46 m2 (Neubau) Kosten k. A. Auszeichnungen Architekturpreis des Landes Burgenland 2012; Nominierung „Das beste Haus“ 2013 Fotos Matthias Raiger

Als Bauherr Manfred Böhm sich nach einem Haus im Burgenland umsah, war noch offen, ob er neu bauen wollte oder ein Haus finden würde, das seinen Vorstellungen entsprach. Letzteres fand er in der Gemeinde Pöttelsdorf sogar doppelt: ein Ensemble aus zwei Satteldachhäusern, die nur durch eine zur Straße hin vorgesetzte Mauer verbunden waren. Bis dahin als Ferienhäuser genutzt, waren die Gebäude zehn Jahre zuvor aufwendig saniert worden und in einem guten Gesamtzustand. Doch auf lange Sicht fand der Bauherr das Wohnen in zwei getrennten Häusern nicht optimal: „Nachdem ich nicht unbedingt nachts in Pantoffeln über den Hof laufen wollte, kam mir der Gedanke, das zu verbinden.“ Dabei hatte Böhm mehr an eine Art gläsernen Steg gedacht, der noch Platz für sein Auto lassen würde und von dem aus man dieses im Blick haben könnte. An die Reaktion auf diese Idee erinnern sich Bauherr und Architekten gleichermaßen mit einem Schmunzeln: „Wir haben ihm klar zu verstehen gegeben, dass wir das nicht gut finden“, weiß Architektin Gerda Maria Gerner noch. „Da muss mit der Verbindung zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden, der ein gemeinsames Wohnen ermöglicht, und das Auto bleibt draußen!“

Böhm, der das Büro gerner°gerner plus schon früher mit dem Design seines Autohauses beauftragt hatte, zeigte sich offen für die Vorschläge des Architektenpaars – und wurde schlussendlich dafür belohnt. In kurzer Bauzeit wurde ein Verbindungstrakt zwischen den beiden Häusern geschaffen, der weit mehr als nur ein Durchgangszimmer für den Bauherrn geworden ist – eine Begegnungszone und ein Ort der Entspannung nämlich. Durch die entstandene U-Form der Gebäude und die straßenseitig blickdichte Fassade des Zubaus fügt sich die neue Zusammenstellung optisch gut in die burgen- ländische Bauweise ein. Auf der Seite, die dem neu entstandenen Innenhof zugewandt ist, sorgen eine großflächige Verglasung und Schiebetüren für Helligkeit und Offenheit. Eine intelligent geplante, scheinbar kleine, aber komplexe bauliche Veränderung hat nicht nur Funktion, sondern auch auch zusätzliche Ästhetik und Wohlbefinden in das Gebäudeensemble gebracht. Manfred Böhm ist mehr als zufrieden mit der Entwicklung: „Als ich die zwei Häuser gekauft habe, waren Preis, Lage und Optik schon einfach perfekt, den Rest haben die Gerners geschaffen – mit einer Punktlandung.“ Nur das Auto, das musste einen anderen Platz finden.

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