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Baumstark - Kramer & Kramer im Interview - 100 Häuser
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Baumstark – Kramer & Kramer im Interview

Interview mit Bernhard Kramer

Autor: Rosa Schaberl Fotos: Katsey Photographie

Design Kramer & Kramer Gartengestaltungs GesmbH

Adresse Hauptsstraße 18, 3441 Zöfing/Tulln

Website www.kramerundkramer.at

Space Haus Neufeldersee

Adresse Neufeldersee

Planungsbeginn 2017

Fertigstellung 2018

Nutzfläche 390 m 2

Kooperation union A01 architects

Kategorie Privat, Neubau, Gartengestaltung

Fotograf Katsey Photographie

Website www.katsey.org

Das Haus am Neufeldersee wurde doch als Ferienhaus geplant – wie lassen sich die Ansprüche der Ferien auf den Garten übertragen? Mit welchen Wünschen sind die Bauherren an dich herangetreten?

Genau. Das Projekt wurde als Nebenwohnsitz geplant und ist in wirklich guter beziehungsweise enger Zusammenarbeit mit den Architekten von union A01 architects und den Bauherren entstanden. Die Bauherren hatten den Wunsch nach einem Seegarten mit Partyanspruch. Kein Club- oder Discofeeling, aber eine Planung, die auf die Partys eingeht und Platz für 30 bis 50 Menschen schafft. Außerdem hat sich der Bauherr eine Öffnung des Blickes zum See gewünscht und zusätzlich einen Pool sowie eine Outdoor-Küche.

 

Und wie setzt man einen Partyanspruch im Garten um? Was habt ihr realisiert?

Das Grundkonzept sieht die gestalterische Öffnung zum See vor und wir haben viele kleine Lounge-Bereiche über den Garten verteilt. Kleine Nischen, in denen gemütlich alle Partygäste im Garten Platz finden. Mit starken Bäumen haben wir diese Bereiche gegliedert und eigentlich recht freche, kleine Aufenthaltsbereiche geschaffen.

Den Seeblick erhalten beziehungsweise erweitern, aber den Garten gliedern und Nischen schaffen – auf welche Pflanzen habt ihr zurückgegriffen? Welche erfüllen beide Ansprüche?

Wir haben uns für Schirmföhren entschieden. Diese sind sehr filigran und haben wenig Substanz in der Krone. So licht im Wuchs verstellen sie den Blick nicht, aber strukturieren dennoch den Garten und schaffen einen Rahmen.

Gerade wenn es um einen Nebenwohnsitz geht, spielt die Pflege des Gartens sicherlich eine Rolle. Wie kann man in der Planung darauf eingehen?

Wir gestalten grundsätzlich pflegeleichte Gärten. Das ist nahezu immer der Anspruch unserer Bauherren. Qualitativ hochwertig, aber pflegeleicht. So war es auch bei diesem Projekt, nur dass dieses Haus sowohl innen als auch außen absolut Hightech ist. Auch viele Bestandteile der Gartenpflege werden schon technisch übernommen. Dennoch kann man natürlich durch die Pflanzenwahl immer auch den Pflegeaufwand reduzieren. Auf diesem Seegrundstück ist es oft extrem heiß und extrem windig. Deswegen haben wir uns für sehr trockenresistente mediterrane Pflanzen entschieden.

Nun vielleicht etwas allgemeiner zu dir und deiner Arbeit: Woher nimmst du die Inspiration für deine Gestaltungen? Gibt es so etwas wie Idole für dich?

Immer branchenfremd! Sehr viel aus der Mode oder dem Möbeldesign. Ich würde Karl Lagerfeld mehr als Inspiration sehen als einen anderen Gartengestalter. Zwar würde ich nicht unbedingt behaupten, dass ich Idole habe, aber ich schätze die Arbeit beziehungsweise sehe immer eine gewisse Vorbildwirkung von Menschen, die selbst Dinge entwickeln, Ideen verfolgen und einfach coole Sachen realisieren. Wir versuchen es ja ebenso zu handhaben und respektieren den Tatendrang.

 

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Mehr ist mehr. Ganz einfach. Wir sind keine Minimalisten. Das passt zumeist auch gut zu der Architektur, mit der wir gestalterisch kooperieren. Meist sind es futuristische, reduzierte Gebäude – der Garten ist da das übervolle, lebendige Pendant.

 

Wenn du am Entwurf für den Garten dran bist, welche Rolle spielt dann die Architektur für dich? Setzt man da immer dagegen?

Nein, man setzt nicht dagegen. Die Architektur hat Vorrang für uns, wir sehen uns nicht als Konkurrenz zu ihr, sondern als Verstärker. Die Architektur besteht und der Standort bestimmt. Das ist für uns ein besonders wichtiges Thema.

Bestimmt nicht normalerweise der Bauherr? So wie in der Architektur?

Das ist vielleicht einer der größten Unterschiede. Bei der Gartengestaltung kann der Bauherr zwar den Stil vorgeben, aber der Standort hat das letzte Wort. Das muss man als Planer in den Gesprächen gut moderieren. Natürlich kann man auch in Österreich Palmen setzen, aber nur für einen Sommer. Besonders nachhaltig ist das nicht und damit ist es für uns auch nicht der richtige Weg. Wir können und wollen nicht alle Fantasien erfüllen, sondern eine Gestaltung liefern, die sowohl die Architektur verstärkt, als auch perfekt an den Standort angepasst ist – im besten Fall ist unsere Planung nicht nur nachhaltig, sondern ein eigener, zusätzlicher Wohnraum draußen vor der Tür.

 

Wenn wir schon bei den Bauherren sind, wie findest du deine Bauherren? Oder finden sie dich?

Ich würde sagen, rund 90% der Projekte entstehen durch Empfehlungen. Entweder von Architekten oder ehemaligen Kunden. Das freut uns besonders, immerhin ist es fast wie ein Gütesiegel unserer Qualität. Wir pflegen auch sehr enge Beziehungen zu unseren Bauherren, denn die Gestaltung ist ein langwieriger Prozess. Mit dem Bau des Gartens ist diese nicht abgeschlossen. Oft werden noch über Jahre Eingriffe vorgenommen, es wird erweitert oder nachjustiert. Wir arbeiten mit einer lebenden Materie, das braucht Zeit. Oft werden wir auch nach zehn bis fünfzehn Jahren noch einmal für ein „Facelift“ beauftragt. Auch die Wiederbeauftragung zeigt uns jedes Mal, wie zufrieden die Kunden sind. Wir freuen uns darüber.

 

Abgesehen von der Gestaltung – wo steckt noch Herzblut drinnen?

Eigentlich haben sich Kramer & Kramer aus einer Baumschule heraus entwickelt. Diese wurde bereits 1949 gegründet. Hier haben wir den eigenen Bereich der „Unique Trees“, da steckt schon sehr viel Herzblut drinnen.

 

Was kann man sich unter einem „Unique Tree“ vorstellen?

Es sind sehr charakterstarke Solitärgehölze. Manche werden in der Baumschule von klein auf kultiviert, viele entdecken wir auf unseren Reisen und nehmen sie mit und wiederum andere finden wir bei unseren Projekten. Manchmal passt ein Bestandsbaum einfach nicht mehr in die Neugestaltung. Statt ihn umzuschneiden, graben wir ihn aus und pflegen ihn in der Baumschule, bis er bei einem anderen Projekt vielleicht wieder passt. Die meisten dieser Bäume sind zwischen 20 und 50 Jahre alt – manche sogar noch älter. Mit einem „Unique Tree“ kauft sich der Kunde ein Stück Einzigartigkeit – einen Baum mit Geschichte und Charakter.

 

Zum Schluss ein Blick in die Zukunft. Wie geht es bei Kramer & Kramer weiter?

Wir wollen nicht unbedingt weiter wachsen. Das würde für mich bedeuten, dass ich nicht mehr jede Gestaltung selbst betreuen kann und das ist zumindest im Moment nicht das, was ich will. Wir freuen uns aber dieses Jahr auf einige spannende internationale Projekte. Außerhalb Österreichs Fuß zu fassen war schon lange ein Ziel und umso schöner ist es, wenn man es dann erreicht. Für die Zukunft gibt es aber eigentlich nur den Plan, weiterhin qualitativ hochwertige Projekte zu realisieren. Egal, ob an der Côte d’Azur oder in Wien.

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