Aus 100 ÖSTERREICHISCHE Häuser (Ausgabe 2014/15) – BUY NOW

Dahinter am Hinthaus

Ein Neubau wo früher ein Stadel stand

Autor: Magdalena Jöchler Fotos: syntax Architektur

Architektur syntax architektur zt gmbh Web www.syntax-architektur.at Objekt Hint(h)aus Kategorie Neubau / Niedrigenergie Adresse Königstetten Bauherr privat Planungsbeginn 2010 Fertigstellung 2012 Nutzfläche 150 m2 Kosten k. A. Fotos syntax architektur zt gmbh

Das Wort „Hintaus“ im Duden zu suchen, kann man getrost vergessen, im Schriftdeutschen gibt es diesen Begriff nicht. Er findet gerade mal im Osten Österreichs, in den Weingegenden von Niederösterreich und dem Burgenland, Verwendung. Als „Hintaus“ wird der hintere Teil eines Bauernhofes bezeichnet. Früher war es in der Gegend von Königstetten üblich, das Wohnhaus zur Straße hin zu platzieren, dahinter kam der Garten oder Hof, dann ein Feldweg, und erst danach reihten sich die Stadel und Schuppen aneinander. Heute sind die Bauernhöfe in dieser Form meist verschwunden, an ihre Stelle traten und treten Wohnhäuser. Geblieben sind die Feldwege, das Hintaus.

Meist wenig befahren und ohne Namen, erschließen sie nun als Straßen die Neubaugebiete. An so einem Hintaus wurde vor drei Jahren ein Einfamilienhaus gebaut, genau dort, wo früher ein Stadel stand. Da war es nur logisch, dass die Architekten von syntax architektur diese typische Bebauung mit Stadeln zum Hauptthema machten. „Wir wollten das Feeling eines solchen Stadels mitnehmen“, erklärt Architekt Michael Barth. Durch den Niveausprung von der Straße zum Garten hin ergeben sich im Haus drei Ebenen. Vorne fügt sich das Einfamilienhaus in die bestehende Bebauung entlang der Straße ein. An der gartenseitigen Fassade wurde das Satteldach bis zum Boden hinuntergezogen. Ein Einschnitt schafft eine intime Terrasse. Im Hausinneren erstreckt sich der Raum unter dem Dach entlang bis in den Giebel hinauf. Große, dreiteilige Teleskopschiebefenster durchfluten den Raum mit viel Licht und setzen den Innenraum in Szene. Von der Eingangsebene überblickt man den Wohnraum und hat eine gute Aussicht auf den nahe liegenden Wienerwald. Eine Treppe führt von hier hinunter in den Wohnraum und hinauf zu den privaten Räumen und fungiert zugleich als verbindendes Element.

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