Aus 100 DEUTSCHE Häuser (Ausgabe 2015/16) – BUY NOW

Das wandelbare Haus

Schmales Raumwunder mit größtmöglicher Wirkung

Autor: Manon Steiner Fotos: Thomas Sixt Finckh

Architektur FINCKH ARCHITEKTEN BDA Web www.finckharchitekten.de Objekt Haus F Kategorie Neubau / Passivhaus Fassadenmaterial / Fassadenfirma Polycarbonat / Rodeca; Glas, Holz / Salzmann Adresse Stöckenbergweg 39, Esslingen Bauherr Familie Finckh Planungsbeginn Mitte 2010 Fertigstellung Anfang 2012 Nutzfläche 203 m 2 Kosten € 269.000,– Auszeichnungen best architects award 15 (Gold); Hugo-Häring- Auszeichnung 2014; Häuser-Award 2014; Beispielhaftes Bauen 2012

Wenn die eigene Frau die Bauherrin ist, wird die persönliche Anforderung, das Haus so ideal wie möglich zu gestalten, natürlich besonders groß. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass man sich auch auf die Suche nach dem perfekten Stück Land macht. Im Gegenteil: „Wir wollten ein bezahlbares Grundstück im Großraum Stuttgart. Dabei haben wir auch Problemgrundstücke ins Auge gefasst, auf die architektonisch reagiert werden kann“, erzählt Architekt und Bauherr Thomas Finckh.

Die Fläche ist in der Tat schmal, abschüssig und galt als unbebaubar. Auch stehen die Nachbarhäuser relativ nahe und drohten die Privatsphäre zu gefährden. Diesen Umstand löste Finckh mit einer Wand aus Polycarbonatpaneelen, die nicht nur günstig, dämmend und wetterfest ist, sondern tagsüber natürliches Licht spendet und das Haus nachts im wahrsten Sinne des Wortes erleuchten lässt. Zum Ausgleich verglaste man die Nord- und Südfassade komplett. Denn das Zusammenspiel von Licht und Schatten sowie fließende Räume waren Familie Finckh ein großes Anliegen.

 

„Das Herzstück des Gebäudes ist der offene Wohn- und Essbereich, der in den Garten übergeht und wodurch die transluzente Fassade aus Osten am Morgen spannende Lichtstimmungen auf den Esstisch gezaubert werden. Der Loungebereich mit seiner Glasöffnung nach Süden lässt wiederum einen fantastischen Weitblick zu und wird am Abend durch das warme, atmosphärische Licht aus Westen geprägt.“ Künstliches Licht wird durch LED-Lampen erzeugt, die direkt in den Bau integriert wurden und verhältnismäßig günstig waren. „Bei dieser Beleuchtungsplanung war es uns wichtig, bei Tag keine Leuchten zu sehen, die die Architektur stören“, so Finckh.

 

Auch beinahe die gesamte Innenarchitektur, angefangen bei den Schränken bis hin zum Esstisch, wurde von der Familie selbst entworfen. Dabei lag besonderes Augenmerk auf Materialehrlichkeit: Beton sollte als Beton sichtbar sein, Glas als Glas – ohne Rahmen, „ein Zusammenspiel von Haptik, Transparenz und Licht“. Auch auf Launen und stilistische Vorlieben kann dabei eingegangen werden. „Farbe, Moden, Empfindungen werden mit mobilen Einrichtungen erzeugt, die jederzeit mit geringem Aufwand veränderbar sind.“ So passt sich das Haus seinen Einwohnern an und nicht umgekehrt.

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