Aus 100 DEUTSCHE Häuser (Ausgabe 2015/16) – BUY NOW

Die Muse des Fotografen

Ein reduzierter, minimalistischer Bau in Form eines Kubus

Autor: Hannah Stadlober Fotos: KANTWEG GmbH

Architektur KANTWEG (Bastian Grell) Web www.kantweg.de Objekt Einfamilienhaus Kubus Kategorie Neubau Fassadenmaterial Verblendstein Adresse Hamburg Bauherr Privat Planungsbeginn 12/2008 Fertigstellung 06/2010 Nutzfläche
ca. 228 m2 (Nettonutzfläche 135 m2)
Kosten k. A.

Bastian Grell mag Kuben. Geradlinig und formschön findet er sie, so, wie Architektur sein soll. „Aber natürlich muss der Kunde sich wohlfühlen“, sagt der Geschäftsführer des Architekturunternehmens KANTWEG Häuser. „Er muss schließlich im Haus wohnen.“ In erster Linie setzt er daher die Wünsche der Bauherren um. „Aber ich fühle mich verantwortlich dafür, dass beim Bauen gewisse Grundprinzipien der Architektur beachtet werden.“ Das war bei diesem Projekt leicht: Der Bauherr, ein erfolgreicher Fotograf, habe ein gutes Auge und erkenne gute Architektur, sagt Grell. „Aber er sieht eben auch jeden Millimeter einer nicht exakt geraden Fuge.“ Der Fotograf wusste genau, was er wollte: Reduziert und minimalistisch sollte der Bau sein, mit gerader Linienführung und Stringenz in der Optik der Fassade.

Also entwarf der Architekt einen Kubus und verwendete einen anthrazitfarbenen Verblendstein mit glatter Oberfläche, auch die Holzfenster sind in Anthrazit gehalten. Passend dazu entschied sich Grell im Inneren für einen Holzfußboden, der Wärme ausstrahlen soll. Denn: „Außen haben wir die Härte, daher wollten wir innen Wohnlichkeit schaffen.“ Dazu wünschte sich der Bauherr ein großes Kellergeschoss für sein Fotoatelier. Das bekam er dann auch – und ein bisschen mehr: Der neu entstandene Keller geht nämlich über die Hausaußengrenzen hinaus und schafft so Platz für das Atelier und einen zusätzlichen Gästeraum.

Da das Haus mitten in Hamburg steht und von Bürogebäuden sowie Ein- und Mehrfamilienhäusern umgeben ist, bleiben alle Fassadenseiten bis auf die Südseite eher geschlossen. Nach Süden öffnet sich der Bau aber umso mehr: Eine riesige Glasfläche schafft Weite und lässt viel Licht ins Innere. So entstand ein heller Koch-, Ess- und Wohnbereich, dessen L-Form aber verhindert, „dass man ständig das Gefühl hat, vom Wohnzimmer in die Küche zu schauen“, sagt Grell. Auch das kann und soll Architektur sein: durch lichtführung und Raumordnung ein Haus schaffen, das einfach und praktisch zu bewohnen ist. In der Form eines Kubus, natürlich.

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