Aus 100 ÖSTERREICHISCHE Häuser (Ausgabe 2014/15) – BUY NOW

Urlaub auf dem Bauernhof

Unter Denkmalschutz: Erstmals erwähnt wurde der Bauernhof 1498

Autor: Magdalena Jöchler Fotos: Rupert Steiner

Architektur Tatjana Stany Web www.livingtwice.com Objekt Haus in T. Kategorie Umbau, Holzbau Fassadenmaterial Bruchstein, Holzschalung Lärche Adresse Tragöß-Oberort Bauherr Tatjana Stany Planungsbeginn Haupthaus 2000, Nebengebäude 2004 Fertigstellung Haupthaus 2002, Nebengebäude 2006 Nutzfläche 270 m2 (Nebengebäude), Nettonutzfläche 250 m2 (Haupthaus) Kosten k. A. Fotos Rupert Steiner

Über 500 Jahre reicht die Geschichte vom Haslerbauern im steirischen Tragöß zurück. Erstmals erwähnt wurde der Bauernhof 1498. Damals soll hier Kohle abgebaut worden sein, dementsprechend scheint der Hof im Grundbuch auch als „Köhlerhütte“ auf. Gearbeitet wird beim Haslerbauern aber schon lange nicht mehr. Spätestens seit dem Umbau vor zehn Jahren kommen die Hausherren hier nur noch zum Entspannen her. Tatjana Stany, Architektin und Hausherrin, lebt mit ihrer Familie in Wien. Sooft es geht – an sämtlichen Feiertagen, vielen Wochenenden und natürlich im Sommer –, kommt sie hierher, um das Landleben zu genießen. Das Gebäudeensemble, bestehend aus Wirtschaftsgebäude mit Stall und Scheune sowie dem Haupthaus, ist schon länger im Besitz der Familie. Um 2000 entschied man sich schließlich, etwas aus dem alten Bestand zu machen. Abreißen und neu bauen kam für Tatjana Stany und ihren Mann nicht infrage, außerdem wurde das Haus unter
Denkmalschutz gestellt. Mit viel Überredungskunst konnte die Architektin den Beamten vom Denkmalamt in Graz von ihren Umbauplänen überzeugen. Dass vom Ausgangszustand ein Drittel erhalten geblieben ist, hat sicher dazu beigetragen. Die 60 Zentimeter dicken Grundmauern, der Grundriss, die Position der Stiegen und fast alle Mauern wurden eins zu eins übernommen.

Der Aufwand, von dem heute oft abgeraten wird, hat sich für Tatjana Stany gelohnt: „Man hätte es nie in so einer Weise nachbauen können. Gerade das alte Gemäuer im Erdgeschoss hat viel Charme. Würde man neu bauen, würde man sicher keine 60 Zentimeter dicken Bruchsteinwände bauen.“ Gleich geblieben sind auch die Funktionen der Räume im Haupthaus: Die Küche ist dort, wo sie früher auch war, die Stube ist heute der Wohnraum, und in den Etagen darüber sind die Schlafzimmer – nur alles mit etwas mehr Komfort. Anders sieht es beim ehemaligen Stall aus: Der wird heute als Lager genutzt. Die Scheune darüber ist mit Sauna und viel Freifläche zur Entspannungszone geworden. Wenn die Eltern mal Besuch haben und das Wohnhaus zu eng wird, weichen die Kinder hierher aus. Problem haben sie damit keines, die beiden erwachsenen Kinder kommen mittlerweile auch ohne Eltern hierher.

Processing...
Thank you! Your subscription has been confirmed. You'll hear from us soon.
Newsletter
ErrorHere