Aus 100 FERIEN Häuser – Schwerpunkt Deutschland (Ausgabe 2017) – BUY NOW

Fokus Insel – Architektouren

Immer der Küste entlang – die schönsten Museen, Stationen, Rastplätze und Gedenkstätten mit Meerblick. Mit Tipps für Kunstgenießer, Kreuzfahrer und Tourengeher entlang der Nordsee.

Autor: Manuela Hötzl Fotos: Oliver Franke
  1. 1. FRIESISCHE KARIBIK
  2. Entdeckungsreise auf der Insel Föhr

Kilometerlange weiße Sandstrände, wunderschönes grünes Marschland und ein angenehmes, vom Golfstrom begünstigtes Seeklima: Die Nordseeinsel Föhr, im Volksmund „Friesische Karibik“ genannt, ist ein Urlaubsparadies in Deutschland. Mitten im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer – einem Weltnaturerbe der UNESCO – liegt die 82 Quadratmeter große Nordseeinsel. Nach einer 50-minütigen „Minikreuzfahrt“ erreicht man den Hafen der Stadt Wyk – des 1819 gegründeten ersten Seebads an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins. Über 200 Kilometer ausgewiesene und leicht zu befahrende Radwege sowie fünf Themen-Routen laden zur Entdeckungsreise quer über die Insel Föhr ein. Und auch die typischen Strandkörbe gibt es als Schlafzelte zu mieten.

 

Tipp: MUSEUM KUNST DER WESTKÜSTE
Der mehrteilige Museumsbau der Architekten Sunder-Plassmann (Kappeln, Hamburg, Berlin) schafft ein neues Ganzes und geht auf die Inselarchitektur sensibel ein. Zwei Gebäudeteile wurden renoviert und weitere Häuser in der Nachbarschaft kamen als Ergänzung hinzu. Ein Dorf für Kunst: „Die Architektur des Museums will nicht einen eindrucksvollen Solitärbau schaffen, sondern den ursprünglichen Ortsmittelpunkt mittels mehrerer Einzelbaukörper wiederherstellen“, so die Architekten.

Foto: Aloys Kiefer

2. SCHLANKE RIESEN
Die Leuchttürme der Nordseeküste

Architekturbegeisterte lieben nicht nur die aktuellsten Häuser, sondern haben auch ein Faible für Baustellen und Industriecharme. An der Nordseeküste sind die Leuchttürme zu empfehlen – und deren Vielfalt an Formen und Größen an der rauen, aber charmanten Nordseeküste.

Foto: Holger Widera

3. SKANDINAVIEN FÜR FORTGESCHRITTENE

ROUTE >VARANGER

Wen viele Kilometer Autofahrt nicht abschrecken, kann im Norden Norwegens die schönsten Stationen ansteuern. So auch auf der Landschaftsroute Varanger, die 160 Kilometer an der norwegischen Küste entlangführt. Neben Vogelbeobachtungsposten von Biotope architecture findet man auch das Steilneset Memorial, das zum Gedenken an die 91 Opfer der Hexenverbrennung errichtet wurde. Gemeinsam mit der Künstlerin Louise Bourgeois plante der Architekt Peter Zumthor eine 100 Meter lange Gedenkhalle.

Foto: Jarle Wæhler

ROUTE > HAVØYSUND

Der Arktische Ozean auf der einen Seite, zerklÜftete Steinformationen auf der anderen. Dazwischen verläuft die Straße nach Havøysund durch die verlassene Klippenlandschaft. Einsamkeit, die alleine schon ein Erlebnis ist – jedoch hält auch diese Route architektonische Überraschungen bereit. So führt eine Stahl-Holz-Brücke von PUSHAK arkitekter über den Fluss Fosseelva. Sie ist Ausgangspunkt des Wanderweges zum Wasserfall in Lillefjord. In Snefjord haben dieselben Architekten kubusartige Holzboxen verankert, die zum Verweilen einladen, und in Selvika schlängelt sich eine begehbare Betonskulptur von Reiulf Ramstad Architekten bis an den Strand. Nach 67 Kilometer unbewohnter Küste und Berge trifft man auf Havøysund. Der belebte Fischerort ist zugleich auch das Ende der Route.

Foto: Per Ritzler

Seid der ersten Höhenforschungsrakete im Jahr 1962 hat sich die Insel Andøya zum Zentrum der norwegischen Raumfahrt entwickelt. Gleichsam kosmisch wirkt der Rastplatz der Landschaftsarchitekten AS – Inge Dahlman. In Kleivodden – zuvor ein bekanntes Raketenabschussgebiet – kontrastierten sie die schroffen Klippen mit geschliffenem Beton. Auf den Sitzgelegenheiten aus lokalem Lødingen-Granit lassen sich die vorgelagerten Vogelfelsen beobachten oder einfach nur die Natur genießen. Die Route selbst endet in Bleik, einem 500 Einwohner zählenden Dorf. Einsam ist man hier je- doch nicht: Neben den wenigen Einheimischen leben an der Küste Bleik rund 40.000 Papageientaucher.

Foto: Per Ritzler

Spezialtipp: DÄNISCHES WATTENMEER
Am 3. Februar 2017 eröffnete das Zentrum als Besucherattraktion des Weltnaturerbes Wattenmeer. Die Architektur von Dorte Mandrup setzt auf Reet als Baumaterial.

Vadehavscentret – Wattenmeer-Zentrum 6760 Ribe, Dänemark

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