Aus 100 ÖSTERREICHISCHE Häuser (Ausgabe 2016/17) – BUY NOW

Würfelspiel

Zwei Quader in rohem, grauem Beton – so ursprünglich wie die Natur

Autor: Sophie Liebhart Fotos: Adolf Bereuter

Architektur Oskar Leo Kaufmann und Albert Rüf (ARSP Architekten Rüf Stasi Partner) Web www.olkaufmann.com, www.arsp.cc Objekt Haus Rüscher Kategorie Neubau Fassadenmaterial Sichtbeton Fassadenfirma Oberhauser Schedler Adresse Schnepfau Bauherr Heinz und Maria Rüscher Planungsbeginn 04/2010 Fertigstellung 04/2011 Nutzfläche 130 m2 (Nettonutzfläche 110 m2) Kosten k. A. Fotos Adolf Bereuter

Grüne, malerische Hügel, saftiges Weideland im Blickfeld und dichter Wald im Hintergrund: „Die Lage des Hauses an sich ist einfach einzigartig. Es ist sehr schwierig, hier einen Bauplatz zu bekommen, und das macht dieses Objekt von Beginn an besonders“, so Architekt Oskar Leo Kaufmann. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als wären zwei Spielwürfel – ein großer und ein etwas kleinerer – ganz zufällig in der Landschaft zum Liegen gekommen. Zwei Quader in rohem, grauem Beton – so ursprünglich wie die Natur. Dem Bauherrn war es wichtig, hier, in fast 1.100 Meter Höhe, nur einige Kilometer vom Ort Schnepfau entfernt, ein möglichst kompaktes Haus zu errichten, das die umgebende Landschaft möglichst wenig verändert oder verbaut. Diese Zurückhaltung spiegelt sich nicht nur in der Form wider, auch bei der Wahl der Materialien für Haus und Gästehaus ist Minimalismus – und man muss hinzufügen: in höchster Qualität – angesagt. Im Inneren sind alle Sichtbetonflächen leicht sandgestrahlt, der Boden wurde in Rüster ausgeführt, im Keller geht man auf geschliffenem Estrich. Durch die vielen Sichtbetonfächen hat das Haus eine gute ärmespeicherähigkeit. Zusätzlich gibt es eine Wärmepumpe, und alle Fußböden sind mit einer Fußbodenheizung ausgestattet. Die beiden Schlafzimmer im Haupthaus und analog dazu auch im Gästehaus sind komplett mit Holz verkleidet.

Klare Linien und Simplizität zeichnen Archi- tektur, Möbel und Design ganzheitlich aus, selbst die Fensteröffnungen sind minimal mit maximaler Wirkung – und Aussicht – gesetzt. Die Gebäudehülle wurde zweischalig in einem Stück betoniert und sandgestrahlt. Beide Dächer sind als Umkehrdach konzipiert. Sie wurden als fünfte Fassade angesehen und mit großformatigen Betonfertigteilen belegt. „Die Betonarbeiten waren durchaus die größte He- rausforderung“, räumt Kaufmann ein. Aber sie haben sich gelohnt: Die massiven, kompakten Baukörper fügen sich perfekt in die Umgebung ein – und lassen die Landschaft dabei in der Hauptrolle. Mit Sicherheit jedoch keine Wald- und-Wiesen-Architektur. sol

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