Aus 100 ÖSTERREICHISCHE Häuser (Ausgabe 2014/15) – BUY NOW

Intervention in der Landschaft

Natürliches wird artifiziell – und das mitten am Land

Autor: Lisa Kriechammer Fotos: Lisa Rastl

Architektur PICHLER & TRAUPMANN ARCHITEKTEN ZT GMBH (Christoph Pichler, Johann Traupmann) Web www.pxt.at Objekt Haus P-K Kategorie Neubau Adresse 7535 Punitz Bauherr privat Planungsbeginn Oktober 2008 Fertigstellung Dezember 2010 Nutzfläche 296 m2 Wohnfläche Kosten k. A. Auszeichnung Nominierung „Das beste Haus“ 2013 Fotos Lisa Rastl

Menschen und Orte unterscheiden sich: Doch wenn für mehrere Menschen, in diesem Fall Bauherren und Architekt, der Genius Loci eines Orts gleichermaßen und gleichzeitig spürbar ist, kann Außergewöhnliches entstehen. So geschehen auf dem Hanggrundstück in Punitz im Burgenland, wo heute das „Haus P-K“ steht. Schon bei der ersten Begehung war man sich einig, dass es nur eine Möglichkeit gebe, wo und wie das Haus stehen soll – und wo die Bauherren eines Tages sitzen und die vielfältigen optischen Eindrücke der Umgebung aufnehmen wollen. Ein herkömmliches Haus würde der Perfektion der Lage nicht gerecht werden, geschweige denn sie unterstreichen können. So wurde das Projekt zur Weiterführung des Land-Art-Gedankens: eine Intervention in der Landschaft, Natürliches, das zu Artifiziellem wird. Verwendet wurden kontextorientierte Materialien und im architektonisch überformten Zustand eingesetzt: Aus natürlichen Böschungskanten werden geformte Böschungskanten, daraus in weiterer Folge Stützmauern, wo wiederum Natursteinelemente verwendet werden. Die Steinböden des Außenbereichs ziehen sich teilweise in den sonst hauptsächlich mit Holzböden ausgelegten Wohnbereich – diese Überlappung bewirkt beinahe eine Aufhebung von Innen- und Außenraum. Nur eine Glasscheibe als thermische Hülle unterbricht die räumliche Kontinuität. Fließend sind beim „Haus P-K“ durch die Anlehnung an die Hangstruktur auch die Übergänge zwischen den Geschoßen.

Die Zufahrt schneidet in den Hang ein, führt zum Eingangsbereich und einigen Nebenräumen. Von dort verläuft eine Treppe weiter in das obere Geschoß mit dem Wohn- und Essbereich – trotz der vorgelagerten Terrasse scheint das Wort „Erdgeschoß“ hier nicht zutreffend, ist die Schlaf- und Badebene doch nur wenige Stufen weiter. „Wir haben die Rhythmik des Hanges in das Haus übernommen“, fasst Architekt Johann Traupmann treffend zusammen. Selbst die pflanzliche Oberfläche rund um das Haus folgt dem Spiel von nah und fern, Natur und Kunst: Naturwiese im weiteren Umfeld des Hauses geht über in streng gemähten Rasen, der von der Terrasse durch bewusst gepflanzte Strukturen wie Kräuter und Blumen getrennt ist. Bis hin zu den Nah- und Fernbezügen, die sich durch die verschiedenen Landschaftsmarkierungen der Umgebung ergeben – was sieht man von wo? –, ist alles durchgeplant. Ein Stück Land Art inmitten der Naturwiese.

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