Aus 100 DEUTSCHE Häuser (Ausgabe 2015/16) – BUY NOW

Kubenspiel

Ungewöhnliches Raumprogramm auf drei Ebenen

Autor: Martina Powell Fotos: Thomas Beyer

Architektur Thomas Beyer Architekten Web www.beyerarchitekten.de Objekt Haus W Kategorie Neubau, Holzbau Fassadenmaterial / Fassadenfirma Beton, Holz Adresse Caputh Bauherr k. A. Planungsbeginn 200 Fertigstellung 2010 Nutzfläche 250 m 2 Kosten € 351.000,– Auszeichnung Häuser-Award 2012 (Leserpreis)

Er habe zu Beginn eine ganze Menge an Vorstellungskraft aufbringen müssen, sagt Thomas Beyer. Denn die Möglichkeiten des abgelegenen Grundstücks, auf dem ein Haus für vier Personen mit lichtdurchfluteten Räumen und idealem Blick auf den nahe gelegenen Schwielowsee entstehen sollte, waren zunächst schwer zu erkennen: Verwildert und mit einem Konglomerat aus Gartenlaube, Anbauten und Garage komplett verbaut, zeigten erst Entwürfe auf dem Papier, was in diesem Grundstück alles steckt. Heute ist es nicht mehr wiederzuerkennen.

Der Länge nach erstreckt sich das „Haus W“ auf drei Ebenen, die aus zueinander versetzten Kuben bestehen. „Diese Form ist nicht nur der Hanglage geschuldet“, erklärt Beyer. Mit dem ungewöhnlichen Raumprogramm sollten außerdem Innen- und Außenraum über die Terrassen verwoben und das Haus mit Licht durchflutet werden. Und so verbinden heute Terrassen, die allen Ebenen vorgelagert sind, das Haus direkt mit dem Garten. Zusätzlich wird der Innenraum durch die hohen Verglasungen erweitert.

Während sich der Wohnbereich über das gesamte Erdgeschoss erstreckt, gelangt man über eine Treppe direkt in das Studio im Obergeschoss. Da die Architekten kostengünstig und gleichzeitig ressourcensparend bauen wollten, besteht das Haus hauptsächlich aus einheimischem Holz, vorgefertigten Wandelementen zur Wärmedämmung und Beton-Fertigteilen. In einer Zisterne sammelt sich außerdem Regenwasser, das zur Bewässerung genutzt wird, und das Gebäude wird durch eine Wärmepumpe mit Tiefenbohrungen beheizt, wodurch kein CO2 -Ausstoß vor Ort entsteht. Heute erinnert auf dem Grundstück nichts mehr an seine schattige Vergangenheit: viel Licht, gut proportionierte Räume und Glasflächen, die das Haus geradezu auflösen. Ein Haus, sagt Beyer, das gefühlt durch die Bäume fliege.

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