Aus 100 ÖSTERREICHISCHE Häuser (Ausgabe 2016/17) – BUY NOW

Kunst, Künstler, Baukunst

Das Kunst und Architekturprogramm der BAI

Autor: Manuela Hötzl Fotos: BAI

Spricht man in Wien über neue Projekte, Architektur und die Entwicklung der Stadt, kommt man an dem Bauherrn BAI (Bauträger Austria Immobilien GmbH) nicht vorbei. Wien Mitte, der DC Tower, das T-Mobile Center oder die Ringstraßengalerien: Stadtentwicklungsprojekte, Bürohäuser, Einkaufszentren, Wohnbau- projekte und auch Universitätsgebäude – die Referenzen sind ebenso mannigfaltig wie umfangreich. Seit 1994 entwickelte und errichtete die BAI insgesamt rund 460.000 m2 Bürofläche und mehr als 3.000 Wohneinheiten.

Das Geschäft des Entwickelns und Bauens ist oft langwierig und nicht unbedingt konflikt- frei – sondern auch, wie Thomas Jakoubek meint: „Architektur ist häufig inflationär und zu gefällig. Ich will eine Architektur, die man immer wieder neu entdeckt und die den Blick nicht abnützt.“ Und weiter: „Wir bräuchten Impulse, aber nicht nur für die Architektur, sondern auch, wie wir unsere Projekte vermitteln.“ Durchaus auch provokant. Anlässlich des Projekts Wien Mitte und bei der Bauzeit von acht Jahren war schließlich klar, dass man neue Wege gehen will, um diesem Projekt – oder besser dem Standort – ein längerfristiges Image zu verpassen. Im Sinne von „Das Gute liegt so nah“ setzte Jakoubek, selbst ehemaliger Bildhauerei-Student, Kunstsammler und Vorsitzender des Universitätsrats an der Universität für angewandte Kunst, auch im Marketing einen neuen Impuls: „Ich wollte ein Image, das eine Geschichte erzählt und dennoch vieles offenlässt. Damit sich jeder in diesem Bild anders und individuell wiederfindet.“ Das erste Projekt mit dem Künstler Erwin Wurm brachte viel, und viel positives, Feedback. „Es war klar, dass wir mit der ersten Fotoserie von Erwin Wurm etwas in Gang gesetzt haben. Ich wurde sogar darauf angesprochen: ‚Ach, ihr seid’s das mit den Kübeln.’“

Es folgten Projekte mit Gottfried Helnwein oder Rita Nowak – und der Slogan „Ideen brauchen Raum“. Damit wurde das breite Spektrum der BAI-Bauprojekte am besten abgedeckt – und durchaus die persönliche Intention von Thomas Jakoubek. „Ich sehe mich als Gestalter und Vermittler. Aber ich mische mich nur bedingt ein. Ich halte nichts von Kunst am Bau. Ich glaube an eine intensive und produktive Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten – und dazu gehören auch Architekten und Künstler.“ Dass das nicht bei jeder Projektübergabe auch von den Betreibern geschätzt wird, gibt Jakoubek zu: „Oft wird der Sparstift an der falschen Stelle angesetzt. Das ist kurzfristig gedacht – und ein angekratztes Image lässt sich schwer rückgängig machen.“

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