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Maßanzug, klein geschnitten

Ein "Mikrohaus" mit nur 11,9 Meter Breite

Autor: Raffael Fritz Fotos: Atelier Träupmann

Architektur ABOA – aufbauostarchitekten Web www.aboa-architekten.de Objekt Mikrohaus FB#425 Kategorie Neubau Fassadenmaterial Putz Adresse Zwickau Bauherr Privat Planungsbeginn 11/2009 Fertigstellung 10/2011 Nutzfläche 106 m2 Kosten EUR 159.360,–

Ein extrem schmales Grundstück mit nur 11,90 Meter Breite, ein ebenso schmales Budget – und dazu noch die strengen Vorgaben vom Bauamt. Schon beim Erstgespräch war für Michael Uhlig von ABOA – aufbauostarchitekten klar, dass er es hier mit einem besonders kniffligen Projekt zu tun hat:„Die Bauherren haben sehr günstig das Grund- stück eines alten Schrebergartens bekommen“, erzählt er, „also sind sie zu uns gekommen und haben gefragt: Schafft ihr es, dafür einen Entwurf zu kreieren?“ Das Büro ABOA schaffte es. Es entwarf das „Mikrohaus FB#425“, das heute in Cainsdorf, einem Stadtteil von Zwickau, steht.

Der kryptische Name hat übrigens keine tiefere Bedeutung. Doch für den Architekten passte er perfekt zu der strengen und futuristischen Optik, die von den Bauherren gewünscht war. Nicht nur größenmäßig ist das „Mikrohaus“ auf das Nötigste reduziert: Innen wie außen dominieren gerade Linien und klare Kontraste. Massiver Sichtbeton trifft auf helle Trockenbau-Wände.

Dabei sieht die Bauordnung im Ort eher das klassische Häuschen mit Giebeldach vor: Dachfirst und straßenseitige Traufe sind Pflicht. Beides hat ABOA dem „Mikrohaus“ verpasst – allerdings in Minimalausführung. Sogar bei der Raumaufteilung haben die Architekten aus der Not eine Tugend gemacht: Im Erdgeschoss befinden sich nur die Küche und ein kleines Arbeits- bzw. Gästezimmer. Das Wohnzimmer hingegen wurde in den ersten Stock verlegt – mit direktem Zugang zur Dachterrasse. Doch was beim „Mikrohaus FB#425“ schon von Weitem auffällt, ist seine „Nase“. So nennt Architekt Michael Uhlig die Auskragung zur Straßenseite hin, in deren Innerem sich das Schlafzimmer befindet. Sie dient nicht nur als Blickfang – sondern auch als überdachter Autostellplatz. „Wir versuchen einfach, den Bauherren ihren Maßanzug zu geben, der sich genau ihren Bedürfnissen anpasst“, sagt Uhlig. Und mit dem „Mikrohaus FB#425“ ist ihm das gelungen – auch wenn es alles andere als einfach war.

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