Aus 100 DEUTSCHE Häuser (Ausgabe 2016/2017) – BUY NOW

Mini macht groß

Stilvoller Zubau aus puren Materialien

Autor: Rebecca Steinbichler Fotos: raumwerk.architekten

Architektur raumwerk.architekten (Ragnhild Klußmann) Web www.raumwerkarchitekten.de Objekt minimax Kategorie Neubau (Anbau EFH) Fassadenmaterial Holzlamellen, WDVS Fassadenfirma Velfac (Fenster) Adresse Köln-Bickendorf Bauherr Privat Planungsbeginn 03/2012 Fertigstellung 06/2013 Nettonutzfläche 65 m2 (davon 11 m2 Schuppen) Kosten EUR 93.000,–

Gemütlich war der Altbau der Familie in Köln-Bickendorf schon immer. Das liebevoll restaurierte Gebäude mit seinen zahlreichen kleinen Räumen auf verwinkeltem Grundriss war fein – aber irgendwann zu klein. „Die Familie benötigte einerseits mehr Platz für ein weiteres Kinderzimmer und andererseits Raum zum Durchatmen“, sagt Ragnhild Klußmann von raumwerk.architekten. Der L-förmige Zuschnitt auf engstem Grundstück erlaubte eine minimale Hauserweiterung zu einem U, indem an der Stelle des Holzschuppens ein schmaler Baukörper von vier mal zwölf Metern eingefügt wurde. „Obwohl es flächenmäßig das kleinste Projekt ist, das wir jemals gemacht haben, verschafft es dem bestehenden Haus unglaublich viel Größe“, freut sich die Architektin.

Der neu entstandene hohe Essraum und das Zimmer im Obergeschoss bringen nun die Luftigkeit, die zuvor vermisst wurde. Zusätzlich zur schon bestehenden kleinen Terrassentür öffnet sich das Gebäude zum Innenhof und mit einer großflächigen Verglasung zum Garten. Im Gegensatz zum verspielten Altbau spricht die Erweiterung eine neue, schlichtere Sprache, und pure Materialien wie Sichtbeton, Brücken aus massivem Holz oder Bretterstapel dominieren.

Obwohl sich manche Elemente wie das Eichenholz durch Alt- und Neubau ziehen, wurden die beiden Teile bewusst nicht komplett aneinander angeglichen: „Wir sahen die Schnittstelle zwischen Alt und Neu als besonderes Gestaltungspotenzial und haben diesen Übergang deshalb thematisiert“, sagt Klußmann. „Es ist spannend, eine Stufe hoch- zugehen und dadurch von einem Gebäude ins andere zu treten.“ Auch die Aufteilung der Wohnräume veränderte sich durch die Erweiterung des Ursprungshauses grundlegend. „Der Anbau schaffte Verbindungen zwischen Zimmern im alten Haus, die zuvor nicht existierten“, so die Architektin. Mit einem verhältnismäßig kleinen Eingriff wurde alles neu systematisiert, und der neu gewonnene Raum ist nun Dreh- und Angelpunkt der Familie.

Processing...
Thank you! Your subscription has been confirmed. You'll hear from us soon.
Newsletter
ErrorHere