Aus 100 working SPACES (Ausgabe 2016/2017) – BUY NOW

Mobile Banking

Nicht nur Bürowelten erleben eine Veränderung der Strukturen. Eine mobile Gesellschaft benötigt auch im Bankwesen neue Raumangebote – und neues Design. Martin Lesjak von INNOCAD im Gespräch mit 100 SPACES.

Autor: Manuela Hötzl Fotos: Paul Ott

Vor welchen Veränderungen stehen Banken? Und was bedeutet „Filiale der Zukunft“?
Banken stehen momentan vor denselben gesellschaftlichen Veränderungen wie alle anderen Unternehmen. Die zusätzliche Problematik der Banken bei einer mobileren Gesellschaft: Wie halten sie Kontakt zu ihren Kunden? Wenn Online-Banking zur Normalität wird, was kann eine Filiale der Zukunft überhaupt bieten? Und ganz wesentlich: Was macht sie nicht austauschbar? Es gibt mittlerweile genügend Konkurrenz im Bankenwesen, die nur noch online agiert.

INNOCAD wurde von Martin Lesjak und Peter Schwaiger mitbegründet und bis heute geführt. Neben den mehrfach ausgezeichneten Architektur- und Innenarchitekturprojekten arbeiten die Gründer gemeinsam mit 13 Mitarbeitern auch an der eigenen Produktdesign Marke 13&9 Design.

Weitere Projekte von INNOCAD:
Erste Bank „New Banking“ / Südtiroler Volksbank /
Abdul Latif Jameel Investments /Microsoft 

Ihr habt den Wettbewerb der „Erste Bank“ gewonnen – wie hat sich das erste Konzept, bis jetzt, gegenüber den ersten Filialen weiterentwickelt?
Das stimmt – die erste Filiale war der Prototyp, ein Hybrid aus den jetzigen Filialkonzepten. Aber grundsätzlich war schon bei dem ersten Projekt die Idee: Weg vom Schalter bzw. Desk und hin zu mehr Kommunikation. Mehr eine Internetcafé-Atmosphäre – ein sozialer Hub, der auch andere Veranstaltungen möglich macht. Außerdem sind die SB-Foyers jetzt mehr in die Filiale integriert als anfangs.

Wodurch zeichnen sich die Filialen noch aus?
Im Grunde gibt es zwei Typen: eine kleinere (bis zu 150 m²) und eine größere (bis zu 1.500 m²) Filiale. Die größeren Beratungszentren haben bis zu 50 Mitarbeiter und bedienen alle Segmente des Bankwesens, wie etwa Versicherungsfragen. Alle haben einen „Welcome-Desk“ – eine runde Theke, von wo aus die Kunden an einen Mitarbeiter vermittelt werden. Für die Beratung gibt es Bereiche mit unterschiedlichen Diskretionsgraden bzw. Räume, die die Mitarbeiter kundenspezifisch auswählen können. Wesentlich ist auch, dass der Back-Office-Bereich komplett davon getrennt ist. Zwei bis drei Leute stehen den Kunden immer zur Verfügung und werden nach Bedarf nachbesetzt. Aber im vorderen Kundenbereich sind die Strukturen fließend, mit Meeting-Bereichen und Café-ähnlichen Treffpunkten. Die kleineren sind reine Servicefilialen in denen, wenn erforderlich, auch einen Beratung über Video stattfinden kann.

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