Aus 100 ÖSTERREICHISCHE Häuser (Ausgabe 2016/17) – BUY NOW

Offen und Barrierefrei

Aluminiumverbundplatten ergeben eine glatte Außenhaut

Autor: Carlos Oberlechner Fotos: Gerhard Abel

Architektur PLANET ARCHITECTS (Gerhard Abel, Paul Linsberger) Web www.planet-architects.com Objekt Offenes Haus Kategorie Neubau, Niedrigenergiehaus / Passivhaus Fassadenmaterial Alucobond Adresse Bad Fischau/Brunn Bauherr Privat Planungsbeginn 05/2011 Fertigstellung 10/2012 Nettonutzfläche 215 m2 Kosten k. A. Fotos Gerhard Abel (PLANET ARCHITECTS)

Wenn einer Campingmobile baut, dann hat er auch eine sehr genaue Kenntnis davon, wie man eine Kubatur möglichst effizient nutzt. Dieser pragmatische Ansatz des Bauherrn war es auch, der den ausführenden Architekten als Vorgabe diente. Als da waren: Ebenerdig und barrierefrei musste das künftige Haus sein; darüber hinaus sollte der Ausblick betont und die Innenräume lichtdurchflutet sein. So weit, so klar – nur war die vorhandene Topografie durchaus eine Herausforderung.

Denn um auf dem herrlich gelegenen Hanggrundstück in der Nähe Wr. Neustadts die Wünsche der Bauherrenschaft umzusetzen, musste man sich im Vorfeld der Planungen intensiv mit der Situation auseinandersetzen. Das Resultat mündete schließlich in einen langgestreckten, eingeschossigen, nach Osten orientierten Baukörper mit all jenen Ein- und Ausschnitten, die nicht nur Weitblick garantierten, sondern auch den Quader elegant in Szene setzen. „Wir planen immer von innen nach außen“, betont Paul Linsberger, der gemeinsam mit Gerhard Abel das Wiener Architektenbüro PLANET ARCHITECTS dirigiert. „Innen“ – das bedeutet in diesem Fall, dass nicht nur die Ausstattung (Küche, Kamin, Boden- und Wandausführungen) mitgeplant wurden, sondern auch das „Äußere“, was sich unter anderem in gleich drei Terrassen manifestiert. Wobei die überdachte Hauptterrasse bewusst auf der Rückseite des Gebäudes platziert wurde, da man feststellte, dass sich bei ungünstigem Südwind der Verkehrslärm der im Tal befindlichen Autobahn direkt und störend auf eine vorne platzierte Terrasse ausgewirkt hätte.

Ein praktisches Beispiel dafür, dass gute Architektur mehr können muss, als nur „schöne Häuser“ zu zeitigen. Vielmehr gilt es, sich bis ins kleinste Detail einer Bauaufgabe zu widmen. Wie auch die Fassade zeigt. Diese besteht aus Aluminiumverbundplatten, welche auf die Holzkonstruktion aufgeklebt wurden. Dadurch erhielt man eine glatte und schraubenlose Außenhaut, deren Champagner-Farbton wunderbar mit den umliegenden Föhrenwäldern harmoniert. So integriert sich das Bauwerk in die Umgebung und wird eins mit der Natur. Den schönsten Ausblick ins Tal hat man übrigens vom Dach aus, denn dort oben findet sich überraschenderweise ein Pool! Das Einzige am „Offenen Haus“, das nicht so ganz barrierefrei ist – dafür aber einen hohen Unterhaltungswert hat.

Processing...
Thank you! Your subscription has been confirmed. You'll hear from us soon.
Newsletter
ErrorHere