Parallelwelten

Das Haus am Steinberg von Hope of Glory

Autor: Lukas Weber / Manuela Hötzl Fotos: Kasia Jackowska

Architektur Hope of Glory – HoG architektur  Objekt Haus am Steinberg Kategorie Neubau, Zubau Adresse Oberberg, Hitzendorf, Steiermark Fertigstellung 2012 Nutzfläche 306 m2 Auszeichnung Nominierung „Das beste Haus“ 2013 Unternehmen VELUX Österreich GmbH
Adresse Veluxstraße 1, 2120 Wolkersdorf Produkt VELUX Dachfenster
Fotos Kasia Jackowska

 

Tageslichtnorm EN 17037
Die Umsetzung der neuen europäischen Tageslichtnorm EN 17037 wurde per Juni 2019 beschlossen und trägt dazu bei trägt dazu bei, den Fokus der Gebäudeplanung und die Rolle, die Tageslichtöffnungen dabei spielen, zu verändern. Ziel ist es, den Nutzerkomfort und die Energieeffizienz von Gebäuden zu verbessern. Die Norm regelt unter anderem auch die Mindestanforderung für Aussicht und auch für die direkte Besonnung, die für viele photobiologische Abläufe in unserem Körper verantwortlich ist. Gute Gründe, sich dem Tageslicht und dessen Evaluierung bereits während der Entwurfsphase zu widmen.

 

Als „ein Herz und eine Seele“, könnte man das Haus-Paar in der Steiermark bezeichnen. Das Projekt Haus am Steinberg von HoG architektur transformiert und erweitert ein traditionell genutztes Kellerstöckl mit einem Neubau. Zusammen bilden die zwei in Form und Materialität eine neue Einheit und ein Haus – aus zwei Welten.

Mitten in einem wunderschönen Obst- und Weinbaugebiet in der Steiermark liegt das „Haus am Steinberg“ und zeigt zwei ganz unterschiedliche und doch ähnliche Gesichter. Das historische Blockhaus mit Satteldach steht auf einem als Freiland gewidmeten Grund. „Deswegen war nur der Ausbau der doppelten Nutzfläche der ursprünglich bebauten Fläche möglich“, erklärt Martin Emmerer von HoG Architektur. Ein neues Gebäude ist trotzdem entstanden, allerdings ist dieses durch einen gläsernen kubischen Wohnraum mit dem alten Objekt verbunden.

Dem historischen Kellerstöckel wurde ein in Materialität und Form verwandter Baukörper an die Seite gestellt. Die beiden firstparallelen Bauten wurden in die idealtypische Anordnung eines Paarhofes überführt. „Diese Art von Gebäuden ist in der Steiermark schon seit langer Zeit weit verbreitet“, erzählt Emmerer. Eine alte Weinlaube an der Westseite des Bestandgebäudes liegt nun im neu geschaffenen Innenhof zwischen den beiden Hausteilen.

Da auf das traditionelle Sockelgeschoß des alten Gebäudes beim Neubau verzichtet wurde, bleibt der Ausblick von der Laube aus erhalten. Bei allen Parallelen, die die beiden Haushälften aufweisen, gibt es doch auch gewisse Unterschiede. Während der historische Teil nur über wenige und sehr kleine Fenster verfügt, erlauben die großen Glasflächen des Neubaus, dass genügend Licht ins Rauminnere gelangt. Außerdem wurden die Dachlängen der neu errichteten Hälfte verkürzt, wodurch sich diese keilförmig öffnet. „Wir wollten verschiedene Arten von Tageslicht in den Räumen einfangen. So gibt es Licht von den Dachfenstern, das den Raum aufhellt, und direktes Sonnenlicht, wodurch ein sich ständig änderndes Schattenspiel im Raum entsteht. Im Winter reicht die Sonne tief in den Raum und kontrastiert das bläuliche Licht von oben“, so Clemens Luser.

Der Anbau bietet auch eine großzügige Terrasse mit unglaublichem Aus-und Weitblick. „Die Besitzer haben uns erzählt, dass sie je nach Besuch und Jahreszeit einmal die alte Stube mit Kachelofen und einmal die große Terrasse nutzen und sich in beiden Bereichen wohlfühlen“, freuen sich die Architekten.

„Was ich an Projekten in historischen oder landschaftsgeschützten Gebieten oder am Umgang mit Renovierungen mag, ist, dass so viele Dinge vorgegeben sind: Materialien, Formen und Typologien. Diese studieren wir um sie dann spielerisch, modern zu interpretieren. Und so entstehen neue Ideen aus der Geschichte heraus.“
– Clemens Luser, HoG architektur

Lichtblicke in der Architektur

Christina Brunner ist bei VELUX Österreich verantwortlich für die Architektur-Aktivitäten, mit besonderem Fokus auf Tageslicht-Planung. Sie unterstützt Planer und Architekten hinsichtlich Evaluierung der Lichtverhältnisse in Gebäuden.

„Um eine optimale Lichtausnutzung für mehr Wohnkomfort zu erzielen, sollte nicht nur ein gesundheitlich optimales Beleuchtungsniveau erzielt werden, sondern auch eine wirkungsvolle Lichtdynamik: Gerade in Innenräumen wirkt sich die Wahrnehmung der Bewegung von Licht und Schatten in unserem peripheren Gesichtsfeld positiv auf unser Zeitempfinden, unsere Orientierung und unsere Erinnerungsfähigkeit aus; genauso wie die Farbveränderung des Tageslichts, das auf Wände und Boden fällt.“
– Christina Brunner, VELUX Österreich

„VELUX hat uns nach dem Bau des Hauses am Steinberg zu einem Tageslichtsymposium nach Berlin eingeladen. Dort habe ich mich zum ersten Mal eingehender mit diesem spannenden Thema befasst – während ich Vorträgen zuhörte und über den Einfluss des Tageslichts auf die Wahrnehmung der Räume lernte. Es war interessant zu sehen, wie viele Ansichten über die Bedeutung des Tageslichts zusammenkommen. “
– Clemens Luser, HoG architektur

Zur Evaluierung des Tageslichts und Überprüfung der Norm kann der VELUX Daylight Visualizer genutzt werden. Der Daylight Visualizer ist ein Programm für die Animation und Analyse verschiedener Tageslichtsituationen in Gebäuden. Das Planungstool steht kostenlos zur Verfügung.
Mehr lesen unter: www.velux.at/tageslichtplanung

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