Aus 100 ÖSTERREICHISCHE Häuser (Ausgabe 2016/17) – BUY NOW

Romantik mit Rückendeckung

Sicht- und Schallschutz für ein ehemaliges Pförtnerhaus

Autor: Alexa Lutteri Fotos: Roland Winkler

Architektur winkler + ruck architekten Web www.winkler-ruck.com Objekt Backboard Kategorie Umbau, Niedrigenergiehaus Fassadenmaterial Lärchenlattung, sägerau Fassadenfirma Zimmerei Strutz Adresse Krumpendorf Bauherr Privat Planungsbeginn 11/2009 Fertigstellung 2011 Nettonutzfläche 200 m2 Kosten ca. EUR 400.000,– Auszeichnungen Das beste Haus 2013; Kärntner Landesbaupreis 2012 (Anerkennung) Fotos Roland Winkler (winkler + ruck architekten)

Bei einer Zugfahrt von Klagenfurt nach Villach kann man die Fassaden der Luxusvillen direkt am Ufer des Wörthersees bestaunen und sich in einem Tagtraum davontragen lassen, hier, irgendwann einmal, ein Haus, ein Schloss zu besitzen. Kein Schloss, aber ein Pförtnerhaus aus dem Jahr 1933 wurde in Krumpendorf von den Architekten winkler + ruck zu einem romantischen Feriendomizil ausgebaut, das mit seinem Charme die gigantischen Villen rundherum ausblendet. Die begehrte Lage rund um das türkisblaue Wasser des wärmsten Alpensees hat seit dem Bau des Hauses an Attraktivität nichts verloren. Was sich verändert hat, sind die Anforderungen an Wohnraum und -qualität sowie die Aufgaben der Architektur.

So wurde das Erdgeschoss früher als Garage genutzt, und nur das Obergeschoss stand als enger Wohnraum mit bescheidener Aussicht zur Verfügung. Neben dem Bedarf an mehr Platz sollte dem Häuschen der Rücken gestärkt werden, um einen Sicht- und Schallschutz vor den knapp vorbeiführenden Rad- und Fahrwegen zu bieten. Das Haus wurde bis in den Dachraum komplett entkernt und mit einem modernen Zubau erweitert. „Bei einer solchen Entkernung kommt der Moment, wo vom Altbestand plötzlich fast nur mehr die Idee stehen bleibt“, erklärt Architekt Roland Winkler. Die historische Substanz sollte aber unbedingt erhalten werden: „Es ist wohl eine Frage der Haltung gegenüber Architektur aus der Vergangenheit: sich unterordnen, sich einordnen, konkurrieren, weiterbauen oder sich dagegenstemmen?“ Dem Problem haben sich die Architekten gestellt.

Das Obergeschoss bietet nun einen einzigen, offenen und hohen Wohnraum mit Blick auf den See, im Erdgeschoss gibt es einen Raum mit einer Fensterfront fürs Kochen & Essen und für die Gäste. Der zugebaute Teil bildet eine Art Rückendeckung: durch einen lärmschützenden Betonkern, der mit vertikal angeordneten Holzlatten verkleidet ist und dessen seitliche Wände schiffsrumpfartig abgerundet sind. Wer nicht mehr nur an der Rückwand der Villen vorbeifahren, sondern kurz verweilen will, kann sich den Traum auch zeitweise erfüllen und die „Villa Spitra“ im Internet unter „Seehaus Pirker Krumpendorf am Wörthersee“ mieten.

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