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Rundum scharfe Kurven

Das Haus B von Najjar&Najjar Architects in Wien 

Autor: Manuela Hötzl Fotos: Manfred Seidl

Architektur Najjar&Najjar Architects (Karim Najjar, Rames Najjar) Objekt Haus B
Kategorie Umbau, Bauen im Bestand Fassadenmaterial Alucobond, Glas, Stein Fassadenfirma Mglass Gmbh, Glastechnik.at, Casa Sasso Adresse Wien Bauherr Privat Fertigstellung 2016 Fotos Manfred Seidl 

 

Umbauten bedeuten immer ein Abwägen, inwieweit die alte Bausubstanz erhalten werden kann und in welcher Form die Qualitäten eines zeitgenössischen Wohnens implementierbar sind. Najjar & Najjar Architekten schichteten das Haus B, ursprünglich aus den 1960er-Jahren, innen wie außen – im wahrsten Sinn – neu und legten die „Persönlichkeit“ des Hauses frei. Die zeitgenössische Villa lebt nun vor allem von unterschiedlichen Raumfolgen. Schon an der Fassade kann man verschiedene Wohnbereiche – und die besondere Ambivalenz zwischen Privatheit und totalem Fernblick – ablesen. Materialität, Transparenz und Formenspiel werden in Schichten aufgebaut. Rames Najjar: „Wir wollten das relativ große Haus und die Vertikalität des bestehenden Blocks neu strukturieren. Die Sockelzone wird durch den Naturstein betont, nach oben wird das Haus immer transparenter.“ So trennt der Schlafbereich – als getöntes Glasband ablesbar – das Erdgeschoss vom oben aufgesetzten Wohnbereich. Das Dachgeschoss wurde vollkommen neu gestaltet.

Statisch von drei Stützen gehalten, ermöglicht die neue Konstruktion eine Rundum-Glasfassade und den 360-Grad-Blick von der obersten Ebene. Dieser ist bei klarem Wetter wirklich beeindruckend: das Wiental im Nordosten, im Süden das Alpenvorland, und im Osten kann man bis ans Grenzland von Ungarn und Slowenien sehen. Auch die weiße Aluminiumfassade verstärkt die Wirkung der Leichtigkeit. Im Inneren wird der Raum groß und hell – eine offene Treppe führt in das letzte Geschoss, das wie ein Glaspavillon auf dem Haus thront. Die Räume sind fließend miteinander verbunden. Die „schräge“ Stützenkonstruktion verstärkt den Charakter eines modernisierten Lofts. Die Villa am Hang hat die 1960er-Jahre damit weit hinter sich gelassen und ist selbstbewusst im 21. Jahrhundert angekommen.

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