Aus 100 DEUTSCHE Häuser (Ausgabe 2016/2017) – BUY NOW

Schauraum

Mit subtilen Knicken eingefügt

Autor: Carlos Oberlechner Fotos: Volker Kreidler

Architektur STEllWERK architekten (Philipp Herrich) Web www.stellwerk.org Objekt Einfamilienhaus KA18a Kategorie Neubau Adresse Dresden-Rochwitz Bauherr Privat Planungsbeginn 11/2010 Fertigstellung 07/2012 Nutzfläche 335 m2 (Nettonutzfläche 285 m2) Kosten EUR 500.000,–

Auf einem 1.200 Quadratmeter großen Grundstück an einer wenig befahrenen Straße im Dresdner Stadtteil Rochwitz plante das ebenfalls aus der Sachsen-Metropole stammende Architekturteam STELLWERK ein repräsentatives Einfamilienhaus für eine junge Familie. Die nähere Umgebung ist durch eine überwiegend offene Einzelhausbebauung geprägt, weshalb sich das Gebäude in der Straßenflucht der benachbarten Objekte positioniert. Das Grundstück dominieren einige alte Eichen, die in ihrer Erhabenheit zu Recht erhalten werden mussten. Der Neubau besteht aus zwei verschränkten Baukörpern: einem langgestreckten, eingeschossigen, riegelartigen Gebäudeteil in Ost-West-Ausrichtung mit Flachdach und Dachterrasse sowie einem auf diesem lagernden zweiten Körper mit einem sehr flach geneigten Satteldach, welcher sich über Keller, Erdgeschoss und Obergeschoss erstreckt. Das Gebäudevolumen fügt sich dabei ganz bewusst in den Freiraum zwischen den zu erhaltenden Bäumen ein; durch subtile Knicke in der Kubatur schmiegt sich der Bau umso mehr zwischen den Baumbestand.

Der Zugang zum Gebäude in Form eines zurückgesetzten Eingangsbereichs findet sich an der Ostfassade. Dadurch entstand ein geschützter, überdachter und vor allem optisch deutlich definierter Bereich. An der Südseite sowie an der West- und Nordseite ist dem Gebäude eine Terrasse vorgelagert. Große Fensterflächen schaffen zusammen mit der umlaufenden Terrasse einen direkten Bezug zur Natur. Die beiden zugleich separierten und doch zusammengehörigen Baukörper verdeutlichen auch die verschiedenen Raumnutzungen. So befinden sich in dem riegelartigen Gebäudeteil Räume mit gemeinschaftlicher Nutzung, wie Wohnzimmer, Essbereich und Küche. Der aufliegende Teil wiederum beherbergt die Privaträume der Familie, wie Elternbereich mit Schlafzimmer, Ankleidezimmer, Bad und die beiden Kinderzimmer mit Kinderbad im Obergeschoss. Im Erdgeschoss sind Arbeits- und Gästezimmer mit Gästebad angeordnet.

Die Fassade des Hauptbaukörpers besteht aus einem grobkörnigen Kratzputz, die asymmetrischen und ungleichmäßigen Fensterfaschen wurden hingegen mit einem Glattputz in etwas dunklerer Farbgebung ausgeführt, ebenso wie die erdgeschossige Kubatur. Derart wird eine Verbindung der beiden Baukörper unterstrichen. Als Fenster kamen Holz-Alu-Elemente zum Einsatz. Die Materialien im Innenraum wurden bewusst reduziert ausgewählt. Im gesamten Haus findet sich ein einheitlicher Parkettboden, der mit den hellen Tönen der Wände und Decken harmoniert. Auf den Punkt gebracht: zwei Seelen in einer Brust bzw. zwei Baukörper, die ein gut durchdachtes Gebäude ergeben.

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