Aus 100 DEUTSCHE Häuser (Ausgabe 2015/16) – BUY NOW

Schwarz auf Weiß

Minimalistisch und frei von Störungen

Autor: Martina Powell Fotos: Herbert Stolz

Architektur Fabi Architekten, Stephan Fabi, Nina Fabi, Kristina Binder Web www.fabi-architekten.de Objekt Schwarz auf Weiß – Atelierhaus Kategorie Neubau, Holzbau Fassadenmaterial / Fassadenfirma Putz Adresse k. A. Bauherr Thomas Jäger Planungsbeginn 2009 Fertigstellung 2012 Nutzfläche 100 m 2 Kosten k. A. Auszeichnungen Häuser-Award 2014; Publikumspreis „geplant + ausgeführt“ 2014

Manchmal sind es die Aufträge mit den klarsten Vorgaben, die die schwierigsten sind: „Der Bauherr wollte einen Archetyp, etwas Außergewöhnliches. Er hatte sehr klare Vorstellungen von seinem Traumhaus“, sagt Stephan Fabi.

Auf dem Grundstück eines ehemaligen Wärterhäuschens am Wehrgraben sollte ein Rückzugsort entstehen – minimalistisch und frei von Störungen. Keine leichte Aufgabe für den Architekten, da einerseits auf engem Raum direkt neben einem steilen Hang gebaut wurde, der zwischendurch ins Rutschen kam, und andererseits der Bauherr – selbst Innenarchitekt – keine Kompromisse eingehen wollte. „Letztendlich fand ein befruchtender Austausch statt. Wir haben im Prozess gelernt, alles zu hinterfragen und nichts für gegeben hinzunehmen.“

Am Ende entstand ein eigenwilliges Haus, abgewandt von den Nachbarhäusern mit Blick auf die Natur. Die ungestörte Aussicht ermöglichen zwei zueinander verdrehte Gebäudevolumina: Ein schwarzer Satteldachbaukörper liegt auf einer Flachdachkiste, die bis über die Hangkuppe hinausreicht. So können sich die Bewohner des Hauses auf den Wald, die Umgebung und das Tal konzentrieren, erklärt Fabi.

Deshalb wurden auch auf der einen Seite des Gebäudes keine Fenster installiert. Und auch die Inneneinrichtung wurde auf das Wesentliche reduziert: Vom Garderoben- und Empfangsraum im Erdgeschoss gelangen Besucher über eine Treppe nach oben, wo gearbeitet, gegessen, gefeiert und entspannt wird – stets mit Blick nach draußen. Damit diese Nähe zur Natur nicht gestört wird, ging der Bauherr teilweise sogar weiter als die Architekten. Er setzte beispielsweise durch, dass die Treppen im Inneren und der gesamte Außenbereich nicht mit Geländer gesichert werden, erinnert sich Fabi. „Ein Gebäude, wo man eben alle Sinne beisammenhaben muss.“ Denn bei einem Besuch im Garten könnten Spaziergänger theoretisch ins Tal hinunterstürzen.

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