Aus 100 DEUTSCHE Häuser (Ausgabe 2016/2017) – BUY NOW

Terrassen mit Aussicht

Als gestalterische Klammer fungiert Sichtbeton

Autor: Magdalena Jöchler Fotos: Jörg Hempel

Architektur netzwerkarchitekten (Thilo Höhne, Karim Scharabi, Philipp Schiffer, Jochen Schuh, Markus Schwieger, Oliver Witan) Web www.netzwerkarchitekten.de Objekt Haus J Kategorie Neubau Fassadenmaterial Betonfertigteile Adresse Hofheim / Frankfurt am Main Bauherr Privat Planungsbeginn 2008 Fertigstellung 2011 Nutzfläche 192 m2 Kosten k. A.

Wenn angehende Bauherren in das Büro der netzwerkarchitekten in Darmstadt kommen, müssen sie erst mal selbst zu Papier und Stift greifen. Aber nicht, um zu zeichnen. „Wir bevorzugen es, wenn
die Bauherren nicht selber zeichnen“, sagt Architekt Oliver Witan. Sie sollen in kurzen, knappen Sätzen ihre Wohnvorstellungen niederschreiben. „Daraus lesen wir dann die Wohnwelten heraus, die zu diesen Bauherren passen könnten.“ Aus einem dieser Prozesse ist an den Ausläufern des Taunusgebirges ein neues Zuhause für eine fünfköpfige Familie entstanden. Den zweigeschossigen Bau platzierten die Architekten dabei am hinteren Ende des Hanggrundstücks. Nach vorne hin haben die Bauherren so nicht nur einen herrlichen Blick in die Rheinebene, sondern auch einen weitläufigen Garten.

Damit sie den auch ohne Steigeisen betreten können, wurde am Entree des Grundstücks die Garage untergebracht, womit die Fläche bis zum Haus hin geebnet werden konnte. Als gestalterische Klammer zwischen oben und unten, Haus und Garage, fungieren Sichtbetonfassadenelemente, die vor die Dämmung gehängt wurden. „Wir wollten nicht einfach ein verputztes Haus, wir wollten, dass das Entwurfsprinzip gestaltprägend wird für die Fassaden- und Detailausbildung“, erklärt der Architekt.

Von der Rückseite, die bis auf die Fensterausschnitte komplett mit den Betonelementen umschlossen ist, über die Terrassenplatten, die entlang der Seitenwände leicht hervorkragen, bis hinunter zur Garage zieht sich die vertikal geschalte Sichtbetonfassade wie ein grauer Faden durch das Konzept. Die drei übereinandergeschichteten Terrassenflächen ziehen sich nach oben hin Stück für Stück zurück. „Dadurch haben wir im Sommer einen natürlichen Schutz vor der Sonne. Gleichzeitig lassen wir die flachstehende Wintersonne bis tief in die Räume hinein und haben dadurch solare Gewinne“, sagt Architekt Witan zur Idee dahinter. Und wo viel Sonne, da ist auch ein schöner Ausblick. Nicht nur in die Rheinebene, sondern zu den Seiten hin auch Richtung Frankfurter Skyline. Ein Kontrastprogramm eben.

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