Aus 100 DEUTSCHE Häuser (Ausgabe 2017 / 2018) – BUY NOW


Unbekanntes Wohnobjekt

GRAFT Architektur

Fotos: Tobias Hein, Frank Herfort

Architektur GRAFT Gesellschaft von Architekten (Lars Krückeberg, Wolfram Putz, Thomas Willemeit) Projekt Villa M Kategorie Neubau Fassadenmaterial Keramik Fassadenfirma Vidrostone Adresse Berlin Planungsbeginn 04/2013 Fertigstellung 07/2016 Nutzfläche 529 m²  www.graftlab.com

Außergewöhnlich, ja fast schon„außerirdisch“: ein Uwo, ein unbekanntes Wohnobjekt. Ein Neubau, den es in diesem Stadtteil, der vorrangig von Altbauvillen geprägt ist, so noch nicht gibt. Er hat etwas Geheimnisvolles, wie ein Findling. Das ist ein riesiger Stein, der in Landschaften auftaucht,in die er gar nicht hinzugehören scheint. Die Assoziation zum Findling wurde bewusst gewählt, als die Architekten von GRAFT Berlin mit den Planungen für den Bau im Jahr 2013 begonnen haben. Stark wie ein Findling, der einer glazialen Landschaft entsprungen ist, verortet sich der Neubau im Jahr 2017 in seiner Umgebung und ist Sinnbild für Kraft und Stabilität. Von der klassischen Architektur wurde abgewichen, um mit neuen Wegen in der Formensprache etwas Einzigartiges zu kreieren. Wie das Rätsel um den Findling möchte man auch dieses Einfamilienhaus, die „Villa M“, erforschen. Steht die Villa in ihrer trapezoiden und skulpturalen Form vor einem, erahnt man ihr einzigartiges Wohngefühl. Vielleicht ist es, wie in einem ausgebauten Asteroiden durch die Galaxie zu schweben. Gut geschützt durch die Fassade aus Keramikplatten, was wieder an den Findling erinnert. Errichtet wurden vier Geschosse, deren Sichtachsen auf die Grünflächen der Umgebung gerichtet sind.

Immer wieder gibt es horizontale Einschnitte für Loggien. Raumhohe Glasflächen sorgen für Licht und geben den Blick frei auf den begehrten Stadtteil Berlin-Grunewald. Betritt man das Haus, verstärkt sich das Gefühl einer anderen Dimension. Die expressive Formensprache setzt sich fort und lässt einen über fließende Übergänge durch die offen und hell gestalteten Geschosse gleiten. Man strömt vom prismatisch angelegten Wohnzimmer mit Kamin und Sitzgelegenheit in die Küche und die angrenzenden Räume und über die geschwungene Innentreppe nach oben aus. Im Dachgeschoss gibt es eine Einliegerwohnung, im Kellergeschoss einen Spa-Bereich. Entsprechend dem futuristischen Erscheinungsbild des Hauses wurden langlebige und wiederverwertbare Materialien verwendet, außerdem reagiert seine Ausrichtung auf den Sonnenstand. Die „Villa M“ läutet eine neue Generation moderner Häuser ein, und wie beim Findling hat man den Eindruck, das Objekt wird dank seiner Stabilität und Stärke noch in vielen tausend Jahren dort stehen. Einer anderen Zeit entsprungen.

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