Aus 100 DEUTSCHE Häuser (Ausgabe 2016/2017) – BUY NOW

Verandahaus

Temporäres Wohnen, das sich nicht so anfühlt

Autor: Hannah Stadlober Fotos: Michael Heinrich

Architektur bayer | uhrig Architekten (Andrea Uhrig, Dirk Bayer) Web www.bayer-uhrig.de Objekt Häuser für amerikanisches Wohnen Kategorie Neubau Fassadenmaterial WDVS Adresse Rodenbach Bauherr Privat Planungsbeginn 05/2005 Fertigstellung 04/2007 Nutzfläche k. A. Kosten k. A.

Architekten sind es gewohnt, ein Gegenüber zu haben. Einen Bauherrn, mit dem man über dessen Wohngewohnheiten, Lebensformen und familiäre Bedürfnisse sprechen kann, um diese dann in einen Entwurf einfließen zu lassen. Was aber tun, wenn man für unbekannte Nutzer ein Einfamilienhaus planen soll? Ohne zu wissen, wie alt die Bewohner sind, wie lange sie dort wohnen werden, was sie brauchen und wie viele sie sind? Vor dieser Herausforderung standen die Architekten Dirk Bayer und Andrea Uhrig, als sie beauftragt wurden, zwei Häuser für amerikanische Familien, die meist nur ein paar Jahre auf der Militärbasis Ramstein stationiert sind, zu entwerfen. Die Vorgabe: temporäres Wohnen, das sich nicht so anfühlen soll.

„Wir wollten aktuelle Architektur“, sagt Dirk Bayer. Die sollte aber trotzdem typische Elemente US-amerikanischer Bauten enthalten. „Wir dachten da immer an ‚Die Waltons‘: Sie sitzen auf der Veranda, schauen auf die Straße, im Obergeschoss drei Fenster.“ Das wurde dann auch zur Leitidee für den Bau der Prototypen: eine vorgelagerte Veranda und drei Fenster.

„Wegen der Hanglage müssen die Häuser ein bisschen schweben“, sagt der Architekt. Er findet das sehr passend. „So sind ja auch die Nutzer. Nicht verankert. So, als ob sie wegschweben könnten.“ Bei Bedarf können die Häuser auch über die Treppe getrennt werden. „Da müsste man nur eine Tür einbauen, und schon hätte man oben und unten getrennte Einheiten“, so Bayer. Das Innere haben die Architekten bewusst bescheiden gehalten, „ganz im Sinne der Nutzungsneutralität“. So sind alle Räume etwa gleich groß, und es gibt viele Bäder – „das war sehr wichtig“. Egal welche Möbel die neuen Bewohner aus Amerika mitbringen, die Räume passen sich an. Dazu noch eine große Garage für den Mustang, ein vorgelagerter Garten und hinter dem Haus noch einer – wie in den USA, nur eben in Rodenbach bei Kaiserslautern.

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