Aus 100 ÖSTERREICHISCHE Häuser (Ausgabe 2016/17) – BUY NOW

Verstecktes Juwel

Absolute Privatheit ohne Hecken oder Zäune

Autor: Carlos Oberlechner Fotos: Dietrich | Untertrifaller Architekten

Architektur Dietrich | Untertrifaller Architekten Web www.dietrich.untertrifaller.com Objekt Haus SCH Kategorie Neubau Adresse Bregenz Bauherr Privat Planungsbeginn 2013 Fertigstellung 2015 Nutzfläche 169 m2 Kosten k. A. Fotos Dietrich | Untertrifaller Architekten

Angesichts der Abbildungen ist es schwer vorstellbar, dass dieser extravagante Monolith praktisch „unsichtbar“ ist. Soll heißen: Weder von der Straße noch von anderen öffentlichen, in der Nähe gelegenen Plätzen ist dieses Einfamilienhaus (für zwei Personen) einsehbar. Aufgabe der Dietrich | Untertrifaller Architekten war es, im vorarlbergischen Bregenz ein extrem kleines, steiles Hanggrundstück mit ausreichender, vor allem bewohnbarer Kubatur zu bebauen. Dass dabei fast so etwas wie „dekonstruktivistische Architektur“ entstand, war nicht der Kern der Überlegungen. Vielmehr ist die Gebäudeform das Resultat der Bedingungen des Ortes. Daraus ergab sich nicht nur die Verschwenkung und Knickung des Baukörpers, sondern auch fallende Traufenlinien sowie die markante, steigend-auskragende Untersicht. Die Erschließung der Hangneigung erfordert vier Ebenen, deren beide mittlere dem Wohnen vorbehalten sind.

Analog zu dieser horizontalen Schichtung weist das Bauwerk zudem eine vertikale Stapelung auf, konstruktiv bedingt durch seine Gliederung in einen bergseitigen, im Felsen verankerten Stahlbetonkern und den talseitig auskragenden Holzbau. Dem folgend wurden die Serviceräume dem Betonkern und die Aufenthaltszonen der hölzernen Auskragung zugeordnet.

Eine Unterscheidung, die an der jeweiligen Ausführung der Innenflächen ablesbar ist: Sichtbeton / Terrazzo bzw. Massivholztäfer / Holzriemenboden. Pointiert gesetzte Fenstereinschnitte und Öffnungen fokussieren den Ausblick auf die Weite der Landschaft, gleichzeitig betonen die geschlossenen Fassadenbereiche des schwarz gestrichenen, kristallinen Baukörpers die gewünschte Privatheit. Nicht zuletzt durch die farbliche Ausprägung sticht das „Haus SCH“ nicht aus dem umgebenden Siedlungsverband hervor. Es möchte kein „öffentliches Haus“ sein und wird dabei zum versteckten Juwel.

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