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Wohnen^2

Quadratisch, praktisch, wohnen: Ein „Würfel“ für zwei

Autor: Rosanna Atzara Fotos: Lupispuma Karin Lernbeiß

Architektur ONE2ONE: minimal space, minimal housing (WG3 in Kooperation mit der TU Graz) Web www.wg3.at Objekt ONE2ONE Kategorie Neubau, Holzbau Fassadenmaterial Holzleichtbauelement mit einer Fassade aus Polycarbonatplatten Adresse Kukmirn Bauherr Privat Planungsbeginn 10/2007 Fertigstellung Laufend Nutzfläche 24 m2 Kosten EUR 50.000,– Auszeichnungen Architekturpreis des Landes Burgenland 2008 Fotos Lupispuma Karin Lernbeiß

Sieht so die urbane Zukunft des Bauens aus? Steigende Energiekosten, zunehmender Wohnbedarf und gleichzeitig wachsende, dichte Städte machen Platz – und Wohnraum – kostbar und teuer. Lösungen für individuelle Wohnformen sind gefragt. Der Wohnwürfel „ONE 2 ONE De Lux“ könnte eine Antwort auf diese neuen Herausforderung des Bauens sein. „Bei dem Versuch, das Bedürfnis nach leistbarem Wohnen zu befriedigen, wird selten über eine Reduktion der Wohnungsfläche nachgedacht, da dies meistens mit Verzicht auf Wohnqualität in Verbindung gebracht wird“, dachten sich die am Projekt beteiligten Architekten des Grazer Studios WG3. Entstanden ist die Idee für dieses futuristische Wohnelement im Zuge einer Lehrveranstaltung an der TU Graz bei Professor Peter Schreibmayer. Betrachtet man den weißen Kubus von außen, ist kaum zu glauben, dass diese zwölf Quadratmeter Grundfläche Wohnraum für zwei Personen schaffen. Und das in dieser Form und Hülle! Letztere besteht aus transluzentem Material, das Licht ins Innere lässt und so die Enge des Raumes aufzulösen versucht. Des Nachts strahlt der Quader von innen nach außen – und bildet Leben und Bewegung in Form eines Schattenspiels ab. Die Hülle ist zusätzlich wärmedämmend.

Großer Wert wurde darauf gelegt, dass jederzeit Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sind. In den zwei Stockwerken haben nur maßgeschneiderte Möbel mit ausgeklügeltem System Platz. So etwa auch die Sambastiege, die gleich beim Eintritt auffällt. Sie ist platzsparend, als Ganzes beweglich und genauso wie der Rest der Inneneinrichtung aus Holz. Die Treppe fungiert auch als Kasten und Barriere zur Toilette. Die Regalwand setzt auf Individualisierung. Sie erstreckt sich über beide Ebenen und reagiert mit unterschiedlichen Größen auf die Bedürfnisse der Bewohner. Das Raumexperiment „ONE 2 ONE De Lux“ ist bisher noch nicht dauerhaft bewohnt worden. Aufgestellt ist es im burgenländischen Kukmirn. Dafür, ein neues Bewusstsein für qualitativ hochwertigen Wohnraum auf kleinster Fläche zu schaffen, wurde das Projekt 2008 mit dem Architekturpreis des Landes ausgezeichnet.

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